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Autos: Diese Fahrzeugtypen sind besonders gefährlich (Studie)

Jährlich verlieren weltweit viele Menschen ihr Leben bei Unfällen mit Autos. Eine aktuelle Studie zeigt dabei auf, dass bestimmte Fahrzeugmodelle potenziell gefährlicher sein können als andere.

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Egal ob in Deutschland, den USA oder anderswo auf der Welt, jedes Jahr ereignen sich bedauerlicherweise zahlreiche Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang. In solchen Fällen kann es vorkommen, dass Fußgänger von Autos erfasst werden und ihren schweren Verletzungen erliegen. Gemäß einer aktuellen Untersuchung scheint die Bauweise des Fahrzeugs bei derartigen Vorfällen eine entscheidende Rolle zu spielen.

Autos: Diese Modelle sind besonders tödlich

Während Hersteller schon lange diverse Sicherheitsvorkehrungen für Personen in Autos treffen wie zum Beispiel Airbags, gibt es solche Maßnahmen für Passanten nicht. Wird eine Person von einem Fahrzeug angefahren, kann das mit lebensgefährlichen Verletzungen einhergehen. Laut einer Studie des Forschers Justin Tyndall von der University of Hawai’i stehen dabei bestimmte Fahrzeugtypen öfter im Zusammenhang mit tödlichen Unfällen als andere.

Tyndall hat dafür Daten aus 3.375 Unfällen in den USA analysiert, die zwischen 2016 und 2021 stattgefunden haben. In 9,1 Prozent der untersuchten Fälle starb der Fußgänger, was 308 Toten entspricht. Dabei fiel auf, dass ein erhöhtes Risiko von großen SUVs, die auch in Deutschland recht beliebt sind, und Pickup-Trucks ausgeht. 11,9 Prozent aller, die von Letzterem getroffen wurden, starben. Dieser Wert steigt auf 12,4 Prozent bei den Sport Utility Vehicles.

Damit sind sie deutlich gefährlicher als andere. Zum Vergleich: Durchschnittliche Autotypen wie Limousinen oder jene mit Fließheck töteten 8,5 Prozent derer, die sie anfuhren. Mini-SUV-Modelle sorgten für eine Sterberate von 8,8 Prozent. Mit 6,6 Prozent erwiesen sich Vans als am „harmlosesten“.

Auch interessant: Fahrzeuge sind praktisch, aber auch riskant. Neben Abgasen und Unfällen steckt in Autos noch eine andere unterschätzte Gefahr.

Auf die Höhe der Motorhaube kommt es an

Anhand der Daten lässt sich ableiten, dass vor allem das Gewicht und die Bauhöhe der Autofront und damit vor allem der Motorhaube zentral für das Sterberisiko bei einem Unfall sind. Letzteres steht dabei im besonderen Fokus in Tyndalls Ausführungen. So schätzt er, dass nur eine Erhöhung um 100 Millimeter bereits ein um 28 Prozent erhöhtes Risiko mitbringt, bei einem Zusammenstoß zu sterben.

Im direkten Vergleich mit einem durchschnittlichen Auto stieg die Todesrate bei Mini-SUVs um 63 Prozent, bei Pickup-Trucks um 68 Prozent und bei regulären SUVs um 99 Prozent. Deren höhere Bauweisen sorgen bei Zusammenstößen für eine andere initiale Kontaktzone beim Menschen – statt der Beine trifft es dann den Torso oder sogar den Kopf. Auch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Person anschließend unter das Fahrzeug gerät und nicht auf die Haube geschleudert wird.

Ein besorgniserregender Trend

Vor diesem Hintergrund ist es beunruhigend, dass im Untersuchungszeitraum die durchschnittliche Fronthöhe eines Autos um fünf Prozent anstieg. Das Gewicht nahm um drei Prozent zu und die Wahrscheinlichkeit, dass man auf einen leichten Truck anstelle eines gewöhnlichen Wagens stieß, nahm um elf Prozent zu. Insgesamt haben zum Beispiel Pickup-Trucks und SUVs jeweils um 28 und 27 Prozent höhere Motohauben und Vorderseiten als der Durchschnitt.

Darüber hinaus stellte der Forscher weitere Risikofaktoren fest: Menschen starben bei Nacht dreimal öfter in Unfällen und ältere Menschen waren klar anfälliger als jüngere. Außerdem starben unter ähnlichen Voraussetzungen Frauen um 70 Prozent eher als Männer. Allerdings seien Frauen in einer großen Vielzahl an Unfällen beteiligt und die Durchschnittsgeschwindigkeit bei Unfällen mit Frauen ist geringer als bei Männern.

Tyndall ließ sich in seiner Studie zusätzlich zu einem kleinen Gedankenexperiment hinreißen. Er kalkulierte, dass eine vorgegebene Obergrenze von 1,25 Meter oder weniger für die Höhe der Motorhaube bereits 509 Leben jährlich retten könnte. Eine Grenze von nur 1,10 Meter könnte gar 1.350 Tote vermeiden. Ob es aber jemals zu einer staatlichen Vorgabe kommen wird, darf vorerst angezweifelt werden.

Quelle: „The effect of front-end vehicle height on pedestrian death risk“ (Economics of Transportation 2024)

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