Im Jahre 1564 wurde einer der wohl wichtigsten Köpfe der Spätrenaissance geboren: Galileo Galilei. Als Erfinder, Entdecker und Wissenschaftler hat kein anderer Mensch seiner Zeit das Welt-Verständnis so nachhaltig geprägt wie er. Seine Erfindungen sind bis heute relevant und seine astronomischen Entdeckungen legendär.

Galileo Galilei: Selbstbewusst genug die Welt zu deuten

Wie auch bei Leonardo da Vinci oder Michelangelo Buonarotti scheint die Entwicklung Galileo Galileis durch die florierenden italienischen Stadtstaaten begünstigt. Galileo Galilei wird 1564 als Sohn eines Musikers geboren. In der Universität Pisa beginnt er 1589 als Lektor der Mathematik. Drei Jahre später erlangt er eine Professur in der Universität Padua.

Italien: Das Land stand im ausgehenden 16. Jahrhundert für den Humanismus und die Infragestellung der kirchlichen Autorität. Naturwissenschaftliche Ideen der längst untergegangenen Antike feierten ihr Comeback und wurden von Italien aus wieder zum Leben erweckt. Die Welt begann sich schneller zu drehen.

Erst 42 Jahre vor Galileo Galileis Geburt bewiesen Überlebende von Ferdinand Magellans Weltumseglung, dass die Erde rund sei. Der 1543 verstorbene Nikolaus Kopernikus stellte die These auf, dass sich die Sonne nicht um die Erde drehe. Schlimmer noch: Gottes Schöpfung drehe sich als Planet von vielen um einen Stern.

Und Galilei? Der hält sich bereits früh für auserkoren, die Physik seiner Zeit zu revolutionieren. Er forschte zu den Naturgesetzen und schreckte auch nicht davor zurück, alte Werte zu hinterfragen. Die folgenden Entdeckungen sind bis heute mit seinem Namen verbunden, auch wenn er nicht alles selbst entdeckte (oder erfand).

technische Zeichnung Teleskop
Galileo Galilei verbessert das Fernrohr und erfindet damit das Teleskop. Auf diesem Gemälde stellt Eine Revolution in der Astronomie – ganz zum Leidwesen der katholischen Kirche.

#1 Galileo Galileis Teleskop

1608 erfindet der Holländische Brillenmacher Hans Lipperhey das Fernrohr. Als Galileo Galilei am 21. August 1609 sein Teleskop einer Gruppe venezianischer Patriziern vorführt, verschweigt er diesen Fakt. Das Teleskop ist lediglich eine technisch verbesserte Variante von Lipperheys Fernrohr.

Die Funktionsweise ist recht simpel: Ein Fernrohr besteht aus einer konvexen und konkav geschliffenen Linse, durch die das Licht so eindringt, dass es Objekte vergrößert darstellt. Für damalige Zeitgenossen glich ein Blick durchs Fernrohr einem Wunder. Es dauerte nicht lange, bis Galileo Galilei aus dem Fernrohr ein Teleskop machte und in den Himmel richtete.

Skizze Mond
Vor Galileo Galileis Teleskop konnten Astronomen die Oberfläche des Mondes nur erahnen. Credit: imago / UIG

#2 Die Entdeckung des Mondes

Natürlich kreiste der Mond auch schon vor Galileo Galileis Zeiten um unsere Erde. Der Italiener konnte mit Hilfe des Teleskops jedoch zum ersten Mal einen genauen Blick auf seine Oberfläche werfen.

Hierbei viel ihm auf, dass der Mond Krater, Berge und auch Täler hat, die er akribisch aufzeichnete. Mehr noch als das richtete er das neue astronomische Instrument auch auf andere Himmelsköper in unserem Sonnensystem. So erkennte Galileo schnell, dass die Oberfläche unseres Heimatsterns Flecken hat.

Skizze Saturn
Eine der größten Entdeckungen Galileo Galileis waren die Saturnringe. Credit: imago / UIG

#3 Die Entdeckung der Saturnringe

Als Galileo Galilei den Saturn beobachtete, fielen ihm eigenartige Strukturen auf, die anscheinend um den Planeten kreisen. Bei genauerem Hinsehen fiel ihm auf, dass der Saturn von einem Ring umgeben sein könnte.

Auf Galileos Skizze sind die Ringe bereits deutlich sichtbar. Gleichzeitig zeigen sie, wie gut die ersten Teleskope funktioniert haben müssen. Der maximale Abstand zwischen Saturn und Erde beträgt immerhin 1,7 Milliarden Kilometer. Für die damalige Zeit sind diese und auch andere kosmische Beobachtungen eine enorme Leistung.

#4 Galileo Galilei beweist das heliozentrische Weltbild

Galileo hat das heliozentrische Weltbild nicht als erster entdeckt. Bereits Nikolaus Kopernikus ging davon aus, dass die Planenten des Sonnensystems in Bahnen um ihren Heimatstern kreisen. Und der Prager Hofmathematiker Johannes Kepler veröffentlichte bereits 1609 seine Theorie über die elliptische Bahn des Mars. Kepler wie auch Galileo gelangen die ersten wissenschaftlich fundierten Beweise des heliozentrischen Weltbilds.

Je tiefer Galileo ins All blickte, desto mehr entfernte er sich von der christlichen Vorstellung jener Erde, die das Zentrum des Universums sei. Er ist der Erste, der erkennt, dass die Milchstraße kein weißes, freischwebendes Band ist, sondern aus unzähligen Sternen besteht.

Er entdeckt die vier größten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Die Himmelskörper werfen bei ihm eine Frage auf, weil sie um ihren Heimatplaneten kreisen. Ist das ein universelles Prinzip? Bis heute werfen diese Monde bei Astronomen Fragen auf.

Schließlich nimmt Galileo auch die Venus ins Visier und entdeckt eine phasenweise Verschiebung des Planeten. Er ist sich sicher: Alle Planeten kreisen um die Sonne. Kopernikus heliozentrisches Weltbild muss stimmen.

Galileo Galilei: „Und sie bewegt sich doch!“

Am Ende sind es Menschen wie Galileo Galilei, die die Türen in eine neue Zeit aufgerissen haben. Für seinen Beweis des heliozentrischen Weltbilds, muss er sich vor Papst Paul V. erklären. Im Jahre 1611 will Galileo die Kurie von der Richtigkeit seiner These überzeugen. Er muss vor den päpstlichen Legaten und der Öffentlichkeit seine Entdeckung widerrufen. Dabei er soll er den heute berühmten Satz gemurmelt haben: „Und sie bewegt sich doch!“.

Quellen: planet wissen, eigene Recherche

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