Science 

Durchfall? Die Ursache könnte der Stromgewinnung dienen

Forscher untersuchen derzeit das Potential von Listerien zur Stromgewinnung.
Forscher untersuchen derzeit das Potential von Listerien zur Stromgewinnung.
Foto: imago/CHROMORANGE
Forscher haben herausgefunden, dass sich bestimmte Darmbakterien zur Stromgewinnung eignen. Derzeit suchen sie nach effektiven Methoden.

Alternative und nachhaltige Methoden zur Energiegewinnung gibt es mittlerweile zu Genüge – doch sind die meisten davon noch nicht ausgereift genug, um sich am Markt zu behaupten. Selbst Windanlagen können laut der Weltgesundheitsorganisation WHO auf Grund ihrer teils hohen Lautstärke der Gesundheit schaden. Doch muss es immer groß und laut sein? Wissenschaftler haben mittlerweile herausgefunden, dass die Zukunft der Energiegewinnung tatsächlich im menschlichen Darm liegen könnte – genauer bei einer Unterart der Listerien.

Klärwerke als Stromfabriken der Zukunft

Listerien sind Darmbakterien, die sich bei der Nahrungsaufnahme den Weg in unsere Körper bahnen. Das Essen Listerien-belasteter Nahrungsmittel kann unter anderem zu Durchfall führen, bei Schwangeren auch zum Tod der Föten. Laut Technology Review sind Forscher bereits seit einigen Jahren darüber im Bilde, dass die kleinen Erreger die Fähigkeit besitzen, Strom zu erzeugen. Jedoch ging man zunächst davon aus, diese Eigenschaft stelle lediglich ein evolutionäres Relikt dar, das keinerlei tiefergreifender Begutachtung bedarf.

Doch wie es sich mit der Wissenschaft verhält, ruhte die Welt rund um die Darmbakterien nicht lange. Schnell entbrannte ein Wettkampf – wenngleich ein stiller – zwischen Forschern. Denn jeder von ihnen möchte derjenige sein, der als erster eine langfristige Lösung zur Stromgewinnung mit Hilfe von Listerien entdeckt beziehungsweise entwickelt. Mikrobiologen führen einen mit Elektroden und Einzellern ausgestatteten Krieg im Reagenzglas.

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Ziel ist es, eine effektive Methode zu erarbeiten, die auf dem Zusammenspiel von Abwässern und Mikroben fußt. "Sie überleben praktisch überall", erklärt Daniel Portnoy, Infektionsforscher an der University of California in Berkeley. "Auf Pflanzen, in Tieren, auf Türklinken, in der Erde." Um mittels der Listerien Elektrizität zu erzeugen, bedarf es lediglich Rinderdung, der genügend Flavine – also spezielle Abbauprodukte – enthält. Es ist also möglich, dass unsere Klärwerke in naher Zukunft ganze Städte mit Strom versorgen.

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