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5 schaurige Szenarien, die das Ende des Universums erklären

Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie das Ende des Universums aussehen wird.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie das Ende des Universums aussehen wird.
Foto: Pixabay
Wer glaubt, das Ende des Universums könnte jeden Tag kommen, der irrt. Obwohl, nicht ganz. Eines der fünf Szenarien zum Untergang des Weltalls ist wirklich besorgniserregend.

Aussagen darüber, wie das Universum entstanden ist, sind zahlreich. Doch wohin wird es gehen, wenn wir Menschen längst nicht mehr existieren? Was wird den Ausschlag für die Zerstörung der Sphäre geben? Mögliche Szenarien werden immer konkreter. Wir stellen die fünf wahrscheinlichsten vor, die das Ende des Universums bedeuten werden.

Das Ende des Universums kommt langsam, aber sicher

In einem sind sich Wissenschaftler mittlerweile größtenteils einig: Das Universum wird nicht ewig bestehen. Doch wenn wir Glück haben, wird es sich erst Milliarden Jahre nach unserem Abgang selbst zerstören. Trotzdem scheint sein Ende unvermeidlich. Diese Szenarien erklären, warum.

#1 Toreschluss: Wenn es nichts mehr auszudehnen gibt

Um das Ende des Universums zu erklären, schauen viele Forscher in der Zeit zurück, um zu sehen, wie es sich seit seinem Anfang mit dem Urknall bereits verändert hat. Dafür ist die Beobachtung des Lichts von den äußersten Rändern des Universums bis zu uns von großer Wichtigkeit.

Schließlich ist die Lichtgeschwindigkeit die größtmögliche Geschwindigkeit im Raum. In einer Sekunde legt es unglaubliche 299.792 Kilometer zurück. Deshalb braucht es aber einige Zeit, um irgendwo anzukommen. Zum Beispiel braucht das Licht von der Sonne aus ganze acht Minuten, bis es die Erde erreicht. Das wiederum bedeutet: Das, was wir sehen, ist etwas Vergangenes.

Um Veränderungen des Universums zu erforschen, schauen Forscher also Milliarden von Jahren in die Vergangenheit. Ihre Beobachtungen zeigen: Galaxien waren ursprünglich viel dichter gedrängt als heute. Das heißt, mit der Zeit hat sich alles zunehmend und immer schneller voneinander entfernt und damit ausgedehnt.

Stephen Hawking über Leben auf der Erde und im Universum
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Wie die mysteriöse Macht hinter diesem Phänomen funktioniert, ist noch ungewiss. Aber einen Namen hat sie bereits: Dunkle Energie. Sie sorgt dafür, dass eine Art umgekehrte Anziehungskraft entsteht. Die eine Kraft drückt, die andere zieht. Das kann nicht Ewigkeiten so weitergehen. Es muss zwangsläufig dazu führen, dass das Universum einfach "platzt".

#2 Hitzetod: Wenn die Lichter ausgehen

Ein zweites Szenario zum Ende des Universums hängt eng mit der Ausdehnung des Universums zusammen: Ist genug Dunkle Energie im Raum, wird sich alles so weit voneinander entfernen, dass ganze Galaxien nicht mehr füreinander sichtbar wären und keine neuen Sterne mehr entstehen könnten. Die Atompartikel, aus denen alles besteht, würden in subatomare Partikel zerfallen, die sich wiederum so schnell voneinander entfernen würden, dass sie nicht mehr miteinander interagieren könnten.

Das Universum ist schon dunkel, doch dann würde es zur undurchdringlichen Finsternis, so kalt und bewegungslos, dass dieses Szenario auch "The Big Freeze" (auf deutsch: "Das große Einfrieren") genannt wird. Der Begriff Hitzetod ist also etwas missverständlich. Er bezieht ausschließlich auf das physikalische Kunstwort der Entropie, das Maß für die Unordnung eines Systems wie dem Weltraum. Nicht gemeint ist die tatsächliche Temperatur, die am Ende der Welt entstehen würde.

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Der Hitzetod ist das wahrscheinlichste Ende des Weltalls.

#3 The Big Crunch: Wenn das Gegenteil des Big Bang eintritt

In den anderen Szenarien nehmen Forscher an, dass die Dunkle Energie sich soweit ausdehnen wird, dass sie eine konstante Kraft des Weltalls bildet. Doch was, wenn genau das Gegenteil passiert? Wenn sich die Dunkle Energie bis zu einem Punkt schwächer werden würde, an dem sie der Schwerkraft nicht entgegenwirken könnte, würde die Expansion des Universums rückwärts laufen.

Galaxien würden zunehmend aufeinander zugehen, eventuell kollidieren und folglich unter ihrer eigenen Anziehungskraft kollabieren. Die gesamte Materie des Universums würde in sich zusammenfallen, bis alles wieder so anfangen würde, wie es einst begonnen hatte – als unendlich dichter Fleck. Ausgehend vom bisherigen Forschungsstand, ist der Big Crunch (auf deutsch: "Das große Zusammenkrachen") aber am unwahrscheinlichsten.

#4 The Big Rip: Wenn das Reißen beginnt

Realistlischer ist das Szenario des Big Rip (auf deutsch: "Das große Zerreißen"). Während im Falle eines Hitzetods des Universums die Dunkle Energie mehr oder weniger konstant bliebe, würde sie beim Big Crunch immer schwächer. Beim Big Rip wiederum würde sie mit der Zeit immer stärker, sodass sich Galaxien mehr als nur voneinander entfernen würden: Sie würden sich von innen heraus ausdehnen – und Galaxien, Sterne, Planeten und irgendwann sogar Moleküle und Atome würden auseinandergerissen.

"Falls der Big Rip kommt, kommt er erst in sehr sehr ferner Zukunft", sagte Astrophysikerin Katie Mack auf der NECSS im Juli 2018. "Bis wir uns darum sorgen müssen, haben wir noch mindestens 120 Milliarden Jahre vor uns. Also können wir uns erst einmal zurücklehnen – es wird eine Weile dauern."

Video: Tod des Universum, wie wird das passieren?

#5 Vakuumzerfall: Wenn jeden Moment der Stöpsel gezogen werden könnte

Während die anderen Szenarien erst in Milliarden Jahren auf uns zukommen könnten, ist das fünfte ganz real und könnte sogar jeden Moment geschehen. Es basiert auf einem Phänomen, das die Physik Higgs-Feld nennt. Es durchdringt unser gesamtes Universum in verschieden starken Ausprägungen. Mit ihm ist es wie mit Wasser in der Wasserrutsche: Je höher die Rutsche, desto mehr Energie hat das Wasser. Erreicht es die niedrigste vorstellbare Energie (etwa am Grund eines Wasserbeckens), spricht die Wissenschaft von einem Vakuumstatus.

Im Universum gibt es zwei davon: ein wahres Vakuum, in dem die Energie des Higgs-Feldes am allerniedrigsten ist, oder ein falsches Vakuum, in der es eine Energie gibt, die noch schwächer ist. Passiert im Weltall ein Ereignis mit ausreichend Energie, könnte ihm quasi der Stöpsel gezogen werden. Das könnte bereits jetzt und ständig geschehen.

"Das wäre schlecht", erklärte Mack weiter, "weil das wahre Vakuum andere physikalische Konstanten als das falsche Vakuum hat. Derartige Konstanten sind zum Beispiel die Ladung eines Elektrons oder die Masse der Partikel oder sogar die Stärke der Gravitationskraft. Nimmt man die Moleküle, aus denen wir selbst bestehen und tut sie in ein Vakuum, würden sie nicht mehr zusammenhalten können. Totale Zerstörung."

Ein einzelnes Partikel könnte also das Ende des Universums bedeuten.

Fazit: Don't panic

Ein Vakuumzerfall ist jederzeit möglich. Letztlich ist für uns das Ende des Universums aber noch längst nicht gekommen. Vermutlich werden wir uns sowieso vorher selbst zerstören. Ein MIT-Computer prognostizierte bereits das Ende der Welt für 2040. Allerdings hat auch die jüngste, angebliche Alien-Botschaft aus dem All noch nicht das Ende der Menschheit eingeläutet. Alles ist möglich. Halten wir es also mit Douglas Adams: Don't panic!

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