Der Kalte Krieg galt im Jahr 1995 offiziell als beendet. Die Sowjetunion war gefallen, das atomare Wettrüsten der beiden Supermächte USA und Russland galt als eingestellt. Und dennoch wäre es 1995 fast zum Undenkbaren gekommen: Einem Atomkrieg. Wie konnte es überhaut soweit kommen?

Forschungsrakete stiftet Verwirrung

Amerikanische und norwegische Forscher befanden sich auf der norwegischen Insel Andøya. Von dort aus wollten die Wissenschaftler die Polarlichter untersuchen. Dafür war auch der Einsatz einer Höhenforschungsrakete geplant. Im Vorfeld des Einsatzes warnten die Wissenschaftler die USA, Russland und 28 weitere Nationen und wiesen auf den Einsatz der Forschungsrakete hin, wohl um zu verhindern, dass ein Staat die Rakete versehentlich für einen nuklearen Erstschlag hält.

Doch scheinbar gelangte diese Nachricht nicht bis zur russischen Luftraumüberwachung. Diese registrierte die Forschungsrakete nämlich – und hielt sie für einen möglichen Erstschlag der USA. Innerhalb weniger Minuten wurde der damalige Präsident Russlands, Boris Jelzin, über den Vorfall informiert.

Atomkoffer war griffbereit

Richtig brenzlich wurde es, als seine Militärs ihm den sogenannten Atomkoffer brachten. Damit hätte der Präsident innerhalb weniger Sekunden einen Gegenschlag autorisieren können – und die Welt in Schutt und Asche gelegt. Zum Glück jedoch behielt Jelzin die Nerven. Noch während er mit seinem Verteidigungsminister telefonierte, kam er zu dem Schluss, dass es sich bei der entdeckten Rakete nicht um einen Angriff der USA handeln würde und sah von Gegenmaßnahmen ab.

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Man kann also nur von Glück reden, dass der russische Präsident zur richtigen Zeit einen kühlen Kopf bewahrt hat. Denn die Konsequenzen hätten schrecklich sein können.

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