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Geheimprojekt A119: Der Plan der USA, den Mond in die Luft zu jagen

Die USA hatten schon vor Jahrzehnten geplant, Sprengungen auf dem Mond durchzuführen.
Die USA hatten schon vor Jahrzehnten geplant, Sprengungen auf dem Mond durchzuführen.
Foto: imago/StockTrek Images
Im Kalten Krieg waren Geheimnisse an der Tagesordnung. Eine heimliche Mission wurde zum Glück nie ausgeführt. Sonst gäbe es den Mond heute vielleicht nicht mehr.

Als sich die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion vor fast 60 Jahren während des Kalten Krieges feindlich gegenüberstanden, entwickelten die USA einen geheimen Plan, der alles verändert hätte: Projekt A119. Das wahnsinnige Ziel der Mission war es, eine Atombombe auf dem Mond zu zünden.

Zerstörung des Mondes? Das steckt dahinter

Beide Nationen befanden sich im "Space Race", einem Rennen um die technologische Überlegenheit im All. Da die USA nach dem Start des russischen Satelliten Sputnik 1 1957 deutlich hinten lagen, entschied man sich für den eiskalten Wettbewerb:

  • Der amerikanische Satellit Explorer 1 wurde ins All geschossen.
  • Es wurde ein Team gegründet, das herausfinden sollte, wie man den Mond sprengt.

Diese als "Projekt A119" benannte Mission kam zwar nie zur Ausführung, beinhaltete aber äußerst eigenartige Vorhaben.

Im Rahmen der laufenden Untersuchungen, welche Auswirkungen die Detonation einer atomaren Bombe auf die Umwelt haben könnte, schlugen Edward Teller, der "Vater der Wasserstoffbombe", und andere 1957 vor, eine Testzündung im Weltall durchzuführen. Geplant waren mindestens eine Explosion auf dem Mond sowie eine weitere in unmittelbarer Nähe. Die Mondoberfläche sollte im Anschluss daran genauer untersucht werden.

Team der Air Force sollte Mond-Sprengung möglich machen

Schon Ende 1957 war die Unterstützung für diese Idee stark gestiegen, allerding auch, weil die Medien von ähnlichen Plänen der Sowjetunion berichteten. 1958 gründete die Air Force also ein zehn Mann starkes Team, um das Vorhaben durchzusetzen.

Befürworter glaubten, dass eine atomare Explosion auf dem Mond zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte:

  • Wissenschaftler wären in der Lage, Überreste und die Verstrahlung nach der Detonation zu studieren, falls sie es jemals auf den Mond schaffen sollten.
  • Viel wichtiger: Die Explosion würde einen Atompilz und einen Lichtblitz zur Folge haben, die beide sehr deutlich von der Erde aus zu sehen wären und ein klares Zeichen der amerikanischen Überlegenheit an die Russen lieferten.

Dem Team der Air Force zufolge, wäre man ein Jahr später, also 1959 soweit gewesen, die geplanten Tests durchzuführen. Tatsächlich wurde die Mission über den Jahreswechsel 1958/59 von den USA schließlich abgesagt.

Deshalb wurde Projekt A119 am Ende abgesagt

Auf den oberen Ebene der Entscheidungsträger gab es zunehmend Befürchtungen einer negativen Reaktion der Öffentlichkeit. Auch die Angst, den Mond komplett zu verfehlen und damit eine Rückkehr der Bombe auf die Erde zu riskieren, war groß.

Laut Wikipedia hatte die US-amerikanische Regierung zumindest bis 2012 nicht bestätigt, am Projekt A119 beteiligt gewesen zu sein.

Mondlandung als Resultat der abgesagten Zerstörung

Anstelle der möglichen Zerstörung des Mondes entschied man sich nun, alle Ressourcen auf die Mondlandung zu vereinen, die schließlich ein Jahrzehnt später stattfand und das Space Race eindeutig zugunsten der Amerikaner entschied.

Ein weiteres Resultat der abgesägten Mission war der "Outer Space Treaty", ein Weltraumvertrag, der 1967 abgeschlossen wurde und aggressives Verhalten im All einschränken soll. Bis Oktober 2018 sind dieser Vereinbarung 107 Länder beigetreten.

Hätten die USA ihr Projekt übrigens durchgezogen und im schlimmsten Fall den Mond zerstört, hätte das enorme Folgen gehabt. Denn ohne Mond drohen uns auf der Erde massive Katastrophen. Außerdem gibt es mindestens 3 Gründe, warum der Mond seit Jahren nicht besucht wurde. Erst in diesem Jahr erkundete China die Rückseite des Mondes – als erste Nation überhaupt.

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