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Tragisch! Deshalb hat seit 45 Jahren niemand mehr den Mond besucht

Seit jeher träumen die Menschen vom Mond. Bald soll eine Reise zum Erdtrabanten wieder Realität werden (Symbolfoto).
Seit jeher träumen die Menschen vom Mond. Bald soll eine Reise zum Erdtrabanten wieder Realität werden (Symbolfoto).
Foto: imago
1972 hat zuletzt ein Mensch einen Fuß auf den Mond gesetzt. Verdammt lang her, magst du denken. Stimmt auch. Aber das hat mehrere Gründe.

Dass die Menschheit das letzte Mal einen Fuß auf den Mond gesetzt hat, ist schon ein bisschen her: 1972 unternahm die NASA mit der Apollo 17-Mission einen bemannten Flug zum Mond. Nun nehmen die Pläne für eine Rückkehr zum Erdtrabanten wieder zu. Doch was macht das Ganze eigentlich so kompliziert?

Zum Mond reisen ist schwierig, aus diesen Gründen

Die jüngste bemannte Mondmission ist 45 Jahre her. Insgesamt 24 Menschen umkreisten den Erdtrabanten, zwölf davon setzten ihren Fuß auf den Himmelskörper – auch wenn neuerdings Russland die Mondlandung '69 noch überprüfen will. Danach wurden keine Flaggen mehr auf ihm gehisst, keine Experimente durchgeführt und kein Gestein eingesammelt.

Doch seit einiger Zeit erlebt der Mond sein Comeback, bei staatlichen und bei privaten Raumfahrtunternehmen. Unter anderem Elon Musk machte das mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX möglich. Bereits 2023 will der US-Milliardär den ersten privaten Touristen auf den Mond fliegen. Der erste Passagier steht auch schon fest. Das wird der Flugplan sein:

Der Weltraumtourismus hat also begonnen. Für Touristen wird der erste Trip zum Mond allerdings gefährlich. Doch ein möglicherweise tödliches Vakuum ist ist nur einer der Gründe, weshalb so lange niemand mehr auf dem Mond war. Vieles erklärt sich anhand der Schwierigkeiten, die die NASA mit dem Mond hat. Denn selbst der bekanntesten und größten Raumfahrtagentur der Welt steht einiges im Weg.

Grund 1: Zum Mond fliegen ist teuer (und Donald Trump ist da)

"Aktuell sind wir noch im Postkutschenzeitalter der Raumfahrt", sagte Jeffrey Hoffman, ein ehemaliger US-amerikanischer NASA-Astronaut vor kurzem. Und das betrifft auch die Kosten einer jeden Weltraummission. Die bisherige Mondmissionen haben drei bis elf Tage gedauert, je nach Raumschiff und Ziel der Exkursion. Das ist teuer und auch der Grund dafür, warum das Programm nach der letzten Mondlandung vor 45 Jahren eingestellt wurde.

US-Präsident Donald Trump unterzeichnete im Mai 2017 ein neues Gesetz, das ein jährliches NASA-Budget von 19,5 Milliarden US-Dollar vorsieht. Vermutlich werden es 2019 sogar 19,9 Milliarden. Das klingt viel, ist es aber gar nicht. Schließlich wird das Budget unter allen NASA-Abteilungen aufgeteilt, also fällt auch etwas für die Astronomen am James Webb Telescope ab, für ein neues Space Launch System und für einen NASA-Flug zur Sonne. Das US-Militär etwa bekommt allein um die 600 Milliarden Dollar im Jahr.

Dennoch: Die NASA geht auf Donald Trumps Wunsch ein: vor dem Mars kommt der Mond. 2023 soll es soweit sein, für die NASA also früher als gedacht. Wenn die Kosten anderer NASA-Projekte wie dem SLS-Raketenprogramm aber weiterhin explodieren, sieht es schlecht aus. Kurzum: Zum Mond zurückzukehren würde laut NBCNews.com heute 133 Milliarden US-Dollar über 13 Jahre benötigen. Laut dem Apollo 7-Astronaut Walter Cunningham ist das mehr als unwahrscheinlich.

Grund 2: Donald Trump

Der US-Präsident hat es in der Hand. Er vergibt das im Vergleich karge Budget für die NASA – und das ist viel zu wenig. Trotzdem träumt er davon, Astronauten irgendwann in 2023 in die Umgebung des Mondes zu bringen, was auch immer das heißt. Das wäre zum Ende von Trumps zweiter Amtsperiode (sollte er im Amt bleiben).

Doch genau das ist das Problem: "Warum sollte man dem trauen, was ein Präsident über etwas sagt, dass zwei Amtsperioden in der Zukunft liegt?", meinte Astronaut Hadfield. Jede Regierung hat schließlich ihre eigenen Ziele, langfristiges Planen daher schwierig.

Grund 3: Todesfalle Mondoberfläche

Es gibt noch einen dritten Grund, aus dem seit 45 Jahren kein Mensch mehr auf dem Mond war. Und der betrifft den Mond selbst. Schließlich ist der Himmelskörper menschenfeindlich, eine 4,5 Milliarden alte Todesfalle. Seine Oberfläche ist übersät mit Kratern und Furchen. Der sogenannte Monstaub ist sogar so aggressiv, dass er Astronautenanzüge zerfressen hat.

"Wenn wir längere Zeit auf dem Mond verbringen und dauerhafte Lebensräume schaffen wollen, müssen wir herausfinden, wie wir damit umgehen können", sagte Peggy Whitson, eine ehemalige US-Astronautin.

Auch das Sonnenlicht ist ein Problem. Der Mond hat kein atmosphärisches Schutzschild, wird aber 14 Tage im Monat von der Sonne aufgeheizt. Die restlichen 14 Tage wiederum bekommt er keine Sonne ab und wird zu einem der kältesten Orte in unserem Sonnensystem.

Wieder zum Mond – und dann?

Irgendwann werden wir also wieder auf dem Mond landen, die Pläne werden immer konkreter. Doch was würden wir dann dort tun? "Eine permanente Forschungsstation auf dem Mond ist der nächste logische Schritt", sagte Chris Hadfield, ein ehemaliger kanadischer Astronaut kürzlich dem Business Insider. "Es ist nur noch drei Tage entfernt. Dafür haben wir noch ganz schön viel Zeugs zu erfinden und zu testen, bevor wir tiefer hinausgehen."

Von einer solchen Forschungsstation träumen viele Raumfahrtnationen. Kürzlich hatten die Japaner unterirdische Magma-Höhlen gefunden, die als Mondstation dienen könnten. Derweil planen Russland die USA eine Kooperation für eine gemeinsame Mondbase, die zwischen 2024 und 2026 ins All gebracht werden soll. Die NASA sieht sich dazu bereit, schließlich arbeitet sie mit dem sogenannten Deep Space Gateway bereits an einer Station in der Umlaufbahn des Mondes.

Nur etwas für Reiche

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Mit einer Mondstation wäre es möglich, den Erdtrabanten noch besser zu erforschen als bisher – noch dazu hat sich das Equipment entschieden verbessert. Neue Erkenntnisse über den Mond sollen auch zu neuen Einsichten über die Erde führen. So kämen wir der Frage näher, wo wir herkommen, wie alles entstanden ist und vor allem wie das Ende des Universums aussehen könnte.

Das heißt auch, dass nicht jeder gleich zum Weltraumtouristen werden kann. Der Milliardär, der mit SpaceX auf den Mond befördert wird, kann es sich leisten. Die große Mehrheit der Menschen aber nicht. Bis Flüge ins All und damit auch zum Mond erschwinglich werden oder gar ein Weltraumaufzug zu den Sternen gleitet, dauert es noch. Träumen können wir mit denen, die es sich bald schon leisten können, aber auf jeden Fall.

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