Die Atmosphäre an den Polklappen der Erde ist ein ungewöhnlicher Ort. Dort geschehen merkwürdige Dinge und das verblüfft Wissenschaftler:innen schon seit Jahren: So ist etwa in einem Bereich, etwa 400 Kilometer über dem Boden, die Luft dichter als normalerweise. Doch wie kommt das zustande? Um das herauszufinden startete die NASA kürzlich eine Höhenforschungsrakete.

NASA: „Seltsame Dinge passieren“

Jetzt will die NASA ein Rätsel lösen, das die Raumfahrtbehörde wie folgt beschreibt:

„Seltsame Dinge passieren in der Erdatmosphäre in hohen Breitengraden. Um die Mittagszeit, wenn die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht, zieht eine trichterförmige Lücke im Magnetfeld unseres Planeten über uns hinweg. Das Magnetfeld der Erde schützt uns vor dem Sonnenwind, dem Strom geladener Teilchen, der von der Sonne ausgeht. Die Lücke in diesem Feld, die Polarspitze genannt wird, ermöglicht dem Sonnenwind einen direkten Zugang zur Erdatmosphäre. Funk- und GPS-Signale verhalten sich seltsam, wenn sie diesen Teil des Himmels durchqueren. In den letzten 20 Jahren ist Wissenschaftlern und Raumfahrzeugbetreiber:innen beim Durchqueren dieser Region noch etwas Ungewöhnliches aufgefallen: Sie werden langsamer.“

Es gibt 2 Möglichkeiten, was es ist

Was kann es sein? Mark Conde, Physiker und Leider des Experiments vor dem Start erklärt (via PhysOrg):

„Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder gibt es signifikante Veränderungen im Wind oder signifikante Veränderungen in der elektrodynamischen Umgebung – also in der Art und Weise, wie die Ionosphäre mit der Atmosphäre interagiert.“

Mark Conde

Das Ziel ist es daher, Zeichen zu finden, die auf gestörte Winde oder Störungen der Ionosphäre hindeuten.

Am 1. Dezember 2021 gibt die NASA bekannt, dass die Höhenforschungsrakete erfolgreich von Norwegen in die Atmosphäre flog. Das sogenannte Cusp Region Experiment-2 (C-REX-2) soll jetzt die Ursache für die Verdichtung der Erdatmosphäre ergründen.

Erste Daten wurden gemessen

Laut Rod Boyce von der University of Alaska Fairbanks wurde im Rahmen des C-REX-2 die Wind- und Ionengeschwindigkeit mittlerweile gemessen. Jetzt müssen die Daten nur noch analysiert werden. Allerdings könnte dies mehrere Monate dauern. Das Forschungsteam sei jedoch zuversichtlich, dass die Daten das Verständnis für das Rätsel erheblich verbessern würden (laut PhysOrg).

Quelle: NASA, PhysOrg

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