Immer wieder gibt es Berichte über Meteoriteneinschläge und es stellt sich die Frage, wie ein solcher Besucher aus dem All eigentlich aus der Nähe aussieht. Natürlich könntest du dir im Internet einen vermeintlichen Meteoriten kaufen, aber die logische Konsequenz bei großer Neugier: Mach dich selbst auf die Suche. Finde deinen eigenen Stein aus dem All.

Warum Meteoriten kaufen, wenn du sie finden kannst

Willst du es dir besonders leicht machen, kannst du online zahlreiche Varianten von Meteoriten kaufen. Ob diese am Ende wirklich echt sind und aus dem All stammen, wirst du wahrscheinlich nie erfahren. Echte Entdecker gehen außerdem einfach selbst auf die Suche, denn du hast durchaus gute Chancen, deinen ganz eigenen Meteoriten zu finden.

Immerhin: Laut NASA-Schätzung befinden sich auf unserem Planeten sage und schreibe rund 50 Tonnen natürlichen außerirdischen Materials wie kleine Stücke von Asteroiden, die jeden Tag auf die Erde herabregnen.

Fun Fact: Wenn diese Weltall-Steine die Atmosphäre durchqueren und die Erde erreichen, werden sie Meteoriten genannt. Befinden sie sich innerhalb unserer Atmosphäre und verglühen dort als Sternschnuppe, werden sie dagegen als Meteore bezeichnet.

Auf diese Dinge kommt es an bei der Meteoriten-Suche

Der Ort und die Art der Suche sind zwei wichtige Faktoren, wenn du einen Meteoriten finden willst. Das heißt, du musst wissen, wohin sie fallen und wo du sie zwischen anderen Steinen am wahrscheinlichsten entdecken kannst. In beiden Fälle hilft die NASA weiter.

Wo sind Meteoriten vom Himmel gefallen

Dr. Marc Fries, Planetenforscher am Johnson Space Center der NASA, hat eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mithilfe von Wetterradar erstellt, um Meteoritenfälle zu finden. Dazu sollten seiner Ansicht nach am besten mehrere Personen gleichzeitig auf die Suche gehen und ihre Erkenntnisse teilen.

1. Halte die Augen auf nach Berichten über große, helle Ereignisse, die eine Meteoriteneinschlag andeuten könnten. Verschiedene Webseiten können hier weiterhelfen:

  • lunarmeteoritehunters.blogspot.com
  • fireballs.imo.net/members/imo_view/browse_events
  • meteoritecentral.com/

2. Schränke das Suchgebiet ein. Dabei können zusätzliche Informationen helfen, um beispielsweise Vögel, Wetter, Flugzeuge und andere Dinge aus den Radaraufnahmen herauszufiltern.

  • Augenzeugenberichte
  • Seismische Daten: Meteoriten können einen Überschallknall erzeugen und so Signale bei einem Seismometer in der Nähe auslösen: iris.edu/hq/
  • Meteoritenkameras: fireballs.ndc.nasa.gov
  • Satellitenbilder: nhc.noaa.gov/satellite.php

3. Kenne die Merkmale eines Meteoriteneinschlags. Die Steine aus dem All folgen bestimmten Mustern, an denen du ihr Auftreten erkennen kannst. Dazu gehören unter anderem die Folgenden:

  • auf Radarbildern erscheinen Meteoritenfälle, nachdem der Feuerball erloschen ist
  • sie sind nicht immer, aber oft durch einen langen, linearen Verlauf in Richtung des Umgebungswindes gekennzeichnet
  • bei den meisten Meteoritenfällen zeigen sich die ersten Steine 90 Sekunden bis zwei Minuten nachdem der Feuerball erloschen ist auf dem Radar
  • die kleinsten Meteoriten darunter verschwinden etwa zehn Minuten danach vom Radar

Fries zufolge lassen sich Meteoriten auch finden, wenn man Radardaten zusätzlich nach Schnelligkeit und Reflektivität untersucht.

Wie unterscheide ich Meteoriten von normalen Steinen?

Befindest du dich nicht gerade in einer von Eis bedeckten Gegend oder einer Wüste, wird es schwierig, die dunklen Steinbrocken aus dem All von normalen Steinen in ihrer Umgebung zu unterscheiden. Das Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) empfiehlt daher, dir die folgenden Fragen zu stellen, wenn du glaubst, einen Meteoriten gefunden zu haben:

  • Ist der Stein besonders schwer für seine Größe, das heißt hat er eine hohe Dichte?
  • Wird der Stein von einem Magneten angezogen?
  • Weist er eine matte Oberfläche auf?
  • Zeigt der Stein an einer angeschliffenen Stelle metallischen Glanz oder Einschlüsse?
  • Hat er eine braune oder schwarze Kruste?
  • Ist er kompakt und massiv?

Kannst du alle Fragen mit „Ja“ beantworten, hältst du mit gewisser Wahrscheinlichkeit einen Meteoriten in deinen Händen. Allerdings auch in diesem Fall immer noch ohne Garantie. Dabei hilft auch nicht, dass einige der seltensten Meteoriten, wie jene vom Mond oder vom Mars beispielsweise sehr wenig Metalle enthalten und nicht magnetisch sind.

Bevor du das vermeintliche Meteoriten-Gestein aufsammelst, hat die NASA übrigens noch Hinweise, wie du das am besten tun solltest.

  • fass es nur mit Handschuhen an
  • wickle es in Alufolie
  • lagere es in einer Tasche, so dass es trocken gehalten wird

Dabei geht es weniger darum, dich vor dem Stein zu schützen, sondern den vermeintlichen Meteoriten vor dir und den Mikroben, Ölen und der Feuchtigkeit auf deinen Händen.

Fazit: Die Chance ist nicht groß, aber vielleicht lohnt der Aufwand

Geh auf Entdeckungstour, du könntest deinen eigenen Meteoriten finden. Der Aufwand ist zugegebenermaßen riesig, denn du musst dich wohl oder übel mit jeder Menge Daten auseinandersetzen, um überhaupt Meteoritenfälle identifizieren zu können.

Ist dir das gelungen, steht außerdem die Kunst an, einen vermeintlichen Meteoriten von einem normalen Stein zu unterscheiden. Auch dabei gibt es keine Garantie. Aber selbst wenn du dir nicht zu hundert Prozent sicher sein kannst, hast du doch am Ende ein wahres Abenteuer erlebt. Und wusstest du übrigens, dass Meteorite oft kugelförmig sind? Es gibt außerdem interessante Unterschiede zwischen Meteoriten, Asteroiden und Kometen.

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