Lässt du dein frischgeschmiertes Marmeladenbrot ausversehen auf den Küchenboden fallen, so ist die Versuchung groß, das Brot einfach schnell aufzuheben und zu essen. Agierst du schnell, so haben Keime ohnehin keine Chance, oder? Doch spielt die Dauer der Exposition von Lebensmitteln mit beispielsweise dem Küchenboden wirklich eine Rolle bei der Keimübertragung? Was ist wirklich dran an der sogenannten 5-Sekunden-Regel? Wir verraten es dir.

Was ist dran an der 5-Sekunden-Regel? Wir haben die Antwort

Landet Essen unabsichtlich auf dem Boden, so ist das heruntergefallene Essen den auf dem Boden haftenden Bakterien direkt ausgesetzt. Isst man das heruntergefallene Essen trotzdem, so isst man außerdem auch diese Bakterien mit. Die 5-Sekunden-Regel besagt jedoch, dass bei der Übertragung von Bakterien vom Boden auf das Lebensmittel eine Art „sicheres“ Zeitfenster existiert – und zwar drei bis fünf Sekunden, je nach Auslegung der Regel.

In diesem Zeitraum kannst du scheinbar bereitwillig zugreifen, ohne Konsequenzen zu fürchten. Bist du ein enormer Verfechter dieser Regel, so müssen wir dich allerdings enttäuschen: Forscher stimmen größtenteils überein, dass sich die Bakterien weder fünf noch drei Sekunden Zeit lassen,um Nahrung zu besiedeln. Das geschieht unmittelbar. Die 5-Sekunden-Regel ist somit falsch.

Wissenschaftler der Clemson University in South Carolina, die im Jahr 2007 eine Studie über das Keimübertragungsfenster von Lebensmitteln veröffentlichten, plädieren sogar für eine 0-Sekunden-Regel.

Wie gefährlich ist der Konsum von heruntergefallenem Essen?

Doch welche Gefahr geht von mit Keimen besiedelten Nahrungsmitteln aus – und sollte man diese tatsächlich nicht mehr verspeisen? Das hängt von folgenden Faktoren ab:

  1. Wie sauber ist der Boden, auf dem das Essen landete? Die meisten Fußböden sind weitaus reinlicher, als man zunächst annehmen könnte. Doch Vorsicht ist geboten bei E.-coli-Bakterien(die sich in Hundehaufen finden), die über deine Schuhe ins Haus gelangen könnten.
  2. Feuchte Lebensmittel nehmen bei Bodenkontakt mehr Bakterien auf als trockene.
  3. Fusselige Teppiche sind ungefährlicher als glatte Oberflächen. Hier haben Keime größere Chancen, sich schnell zu verbreiten.

Es gilt somit, das Risiko, das von heruntergefallenem Essen ausgeht, richtig einzuschätzen. Je nachdem, wohin dir das Essen entgleitet – auf deinen frisch gewischten Küchenboden oder auf die bedreckte Straße – ist das Risiko höher oder eben weitaus geringer, dass du dich gefährlichen Keimen aussetzt und somit deine Gesundheit riskierst. Im Zweifelsfall solltest du heruntergefallene Lebensmittel eher nicht konsumieren.

Fazit: Vergiss‘ die 5-Sekunden-Regel

Du kannst die 5-Sekunden-Regel also getrost vergessen und künftig einfach versuchen, dein Essen nicht mehr fallen zu lassen. Apropos Essen: Wie gefährlich ist eigentlich das Aufwärmen von Lebensmitteln in der Mikrowelle? Auch auf diese Frage haben wir eine Antwort.

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