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Eingefroren ins All? So könnten Langstrecken-Flüge in den Kosmos möglich werden

Sind ein Leben im All sowie Langzeitmissionen in den Weltraum für die Menschheit mithilfe der Kryonik künftig tatsächlich möglich?
Sind ein Leben im All sowie Langzeitmissionen in den Weltraum für die Menschheit mithilfe der Kryonik künftig tatsächlich möglich?
Foto: iStock/solarseven
Zeitintensive Langzeitmissonen in den Weltraum sind besonders durch den natürlichen Alterungsprozess des Menschen stark begrenzt. Könnte ein Leben im Eis die Lösung bedeuten?

Obgleich Wissenschaftler fortwährend fieberhaft neue technologische Innovationen kreieren, erscheint ein Leben im All für die Menschheit noch immer in weiter ferne zu liegen. Schon kurze Weltraumaufenthalte gehen für Astronauten mit hohen gesundheitlichen Risiken einher, dem Erfolg dauerhafter Expeditionen in den Kosmos hingegen steht der natürliche Alterungsprozess unseres Körpers im Weg. Tatsächlich existiert jedoch bereits eine Technologie, mit der dieser Prozess gestoppt werden könnte: Mithilfe der Kryonik können Organismen und Organe konserviert und für die Zukunft bewahrt werden. Reisen Astronauten also bald tiefgekühlt in ferne Galaxien?

Leben im All: Raumfahrt könnte durch das Leben im Eis revolutioniert werden

Langzeitmissionen in weit entfernte Ecken unserer Galaxie gehen mit einem enormen zeitlichen Aufwand einher, sodass Raumfahrtexperten in der Vergangenheit vermehrt über die Möglichkeit von ethisch heiklen One-Way-Flügen von Astronauten diskutierten. Die bereits existierende, aktuell jedoch noch unausgereifte Technologie der Kryonik weist jedoch das Potenzial auf, der Menschheit ein Leben im All zu ermöglichen – mithilfe dieser könnten Astronauten sachgerecht tiefgekühlt in den Weltraum gesendet werden.

Die Kryonik, auch Kryostase genannt, bezeichnet die Konservierung von Organen bei extrem tiefen Temperaturen. Kryokonservierung kann sowohl bei pflanzlichen als auch bei tierischen Zellen angewandt werden. Die Lagerung dieser Zellen findet in sogenannten Kryobanken statt.

Ebendiese Zellen werden in flüssigen Stickstoff eingetaucht und in weniger als einer Sekunde auf minus 196 Grad Celsius schockgefrostet und können folglich über einen sehr langen Zeitraum in einer Art Kältestarre erhalten werden. Alle Stoffwechselvorgänge der Organismen kommen fast vollständig zum Stillstand, es lässt sich keinerlei Zellaktivität mehr beobachten. Nach dem Auftauen können die Zellen ihre normalen Lebensprozesse wieder aufnehmen.

Das All fasziniert Forscher, Bürger und mächtige Unternehmen.
Das All fasziniert Forscher, Bürger und mächtige Unternehmen.

Hoffnung auf Unsterblichkeit

Die maximale Lebenserwartung eines Menschen beträgt nach aktuellem Wissenstand etwa 120 Jahre. Die Kryoniker wollen den Tod besiegen und die Hoffnung auf die Unsterblichkeit des Menschen aufrecht erhalten. Demnach bestünde technisch gesehen die Möglichkeit, Astronauten bereits im eingefrorenen Zustand auf langwierige Missionen in fremde Galaxien zu schicken, und diese folglich sachgerecht wieder aufzutauen, sobald sie ihr angesteuertes Ziel erreichen – soweit die Theorie.

In der Praxis wurde der Prozess zwar bereits an einzelnen menschlichen Organen durchgeführt, allerdings noch nicht an lebenden Menschen. Auch wurde noch kein Mensch mithilfe der Kryonik wiederbelebt, Wissenschaftlern ist es jedoch bereits gelungen, simple Organismen ins Leben zurück zu holen, berichtet ThenextWeb.

Kritiker des Verfahrens behaupten allerdings, dass es auch in Zukunft niemals möglich sein werde, den Auferstehungsprozess erfolgreich durchzuführen. Denn: Organe und Zellen würden beim Abkühlen immer unwiederbringlich geschädigt.

Derzeit ist der Prozess nicht durchführbar

Aktuell ist die Idee, die Raumfahrt mithilfe der Kryonik zu revolutionieren, also nichts als eine bloße, unausgereifte Spielerei. Doch das Verfahren erscheint für langwierige Raumfahrtmissionen mehr als vielversprechend. Die moderne Wissenschaft arbeitet generell hartnäckig daran, den Menschen durch Technologie zu verbessern. So versucht die transhumanistische Bewegung, Mensch und Maschine verschmelzen zu lassen. Im Jahr 2018 versuchten japanische Wissenschaftler hingegen, das Problem der Raumfahrt mithilfe einen Weltraumlifts zu umgehen.

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