Eine Epidemie aus China treibt weiterhin nahezu ungehindert ihr Unwesen. Der Coronaviurs (COVID-19) greift immer ausufernder um sich und produziert weltweit immer größeres Leid. Im Zuge dessen wird einmal mehr klar: Das weibliche Geschlecht ist gegen Krankheiten dieser Art deutlich besser gewappnet als ihr männliches Pendant.

Coronavirs: Männer in deutlich höherer Gefahr

Wie die New York Times berichtet, veröffentlichte das chinesische Zentrum für Krankheitsbekämpfung und -prävention vor Kurzem die bisher ausführlichste Analyse des Ausbruchs der Krankheit. Darin ist nachzulesen, dass Männer und Frauen sich in absoluten Zahlen zwar ungefähr gleich oft mit dem Coronavirus ansteckten, die Sterblichkeitsrate jedoch beträchtlich ungleicher verteilt ist.

Demnach sterben 2,8 Prozent der infizierten Männer an den Symptomen der Krankheit. Bei den Frauen sind es hingegen nur 1,7 Prozent. Auch bei dem SARS-Virus vor ein paar Jahren lag die Todesquote bei den Männern 50 Prozent über der bei den Frauen. Dieses Muster lässt sich bei vielen der Epidemien aus der Vergangenheit beobachten, wie Sabra Klein, Wissenschaftlerin an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, feststellt. Wie kann das sein?

Warum werden Männer von Infektionskrankheiten schwerer getroffen?

Zur Erklärung dieses Phänomens gibt es unterschiedliche Theorien. Eine besagt, dass Frauen während der Schwangerschaft verstärkt Antikörper produzieren und über die Muttermilch an ihre Nachkommen weitergeben. In der Folge sind sie stärker gegen Infektionskrankheiten, wie dem Coronavirus geschützt.

Zudem existieren Erklärungsansätze, die auf die unterschiedliche DNA-Struktur beider Geschlechter verweisen. Im Gegensatz zu Männern haben Frauen nämlich zwei X-Chromosome. Diese tragen Gene, die für die Immunität zuständig sind, was dazu führen könnte, dass Frauen in dieser Hinsicht ein besseres Immunsystem besitzen.

Nicht nur die Genetik ist Schuld am maskulinen Nachteil

Zu den biologischen Hintergründen für dieses Ungleichgewicht kommen auch soziale Ursachen hinzu. Beispielsweise rauchen in China rund 50 Prozent der Männer, aber nur zwei Prozent der Frauen. Als Resultat sind die Immunsysteme der Männer, besonders deren Atemwege, deutlich anfälliger für Infektionen, als die weiblichen.

Außerdem haben chinesische Männer im Durchschnitt öfter Diabetes und einen höheren Blutdruck. Beide Zustände erhöhen die Anfälligkeit des Körpers für Infektionskrankheiten, wie den Coronavirus.

Für den Coronavirus-Fall eher weniger relevant, aber dennoch eine weitere mögliche Ursache, ist das oft proaktivere Verhalten seitens des weiblichen Geschlechts, welches dazu führt, dass Frauen zum Beispiel in den USA öfter eine Krankenversicherung abschließen als Männer.

Das Coronavirus, eine männliche Gefahr?

Trotz alldem sollten Frauen nicht gänzlich ohne Vorsicht agieren. Das Coronavirus kann immer beide Geschlechter infizieren, weshalb umfassende Schutzmaßnahmen um eine Ansteckung zu verhindern immer angebracht sind. Über eine ganz bestimmte Art der Ansteckung machen sich Wissenschaftler, auch in Deutschland, ganz besonders Sorgen.

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