Im Zusammenhang mit dem Coronavirus scheint eine Impfung die einzige Rettung zu sein. Doch wir wissen mittlerweile auch, dass wir noch länger auf ein solches Heilmittel warten müssen. Trotzdem wäre ein Impfstoff nicht nur ein Schutz für den Geimpften, sondern auch für seine Mitmenschen. Er trägt dazu bei die Herdenimmunität zu gewährleisten. Das versteckt sich hinter dem Begriff

Herdenimmunität ist der Schutz für alle

Bei einem Erreger, der sich so schnell ausbreitet, wie es das Coronavirus gerade tut, ist es wichtig, dass die regionalen Ausbrüche weitestgehend eingedämmt oder zumindest eingeschränkt werden. Eine Impfung kann dafür sorgen, dass sich die Herdenimmunität ausbreitet. Den Begriff Herde kennst du vermutlich nur von Tieren, daher sprechen viele auch von Gemeinschaftsschutz. Das ist das Ziel, das bei dem neuartigen Virus erreicht werden soll. Die Herdenimmunität kann durch verschiedene Optionen erfolgen:

  1. Menschen haben sich angesteckt und haben sich wieder erholt. Daher sind sie nun immun.
  2. Es gibt einen Impfstoff, der die Menschen vor einer Ansteckung schützt.

Warum ist eine Impfung so wichtig?

Gehörst du zu den Geimpften gegen einen bestimmten Erreger, schützt du damit nicht nur dich selber, sondern auch alle anderen Personen in deinem Umfeld. Dabei ist es egal, ob diese Menschen geimpft wurden oder nicht.

In manchen Situationen ist es nämlich nicht möglich, alle Betroffenen gleichermaßen mit einem Impfstoff zu versorgen. Babys sind teilweise zu jung für die Medikamente, Schwangere vertragen vielleicht nicht jedes Heilmittel oder Personen mit einer chronischen Erkrankung können eine Impfung vielleicht nicht erhalten. Gerade solche Menschen sind darauf angewiesen, dass alle anderen sich durch eine Impfung schützen und damit die Herdenimmunität bewahren.

Dem Virus keine Chance geben

Je mehr Menschen geimpft sind, desto schwieriger hat es das Virus, sich weiter auszubreiten. Die Krankheit hat keine Chance und verschwindet von selbst. Dieser Impfschutz für eine Region wird Herdenimmunität genannt. Ab wann dieser Gemeinschaftsschutz erreicht wird, ist von Erreger zu Erreger unterschiedlich: Bei Masern tritt der Schutz erst ein, wenn 95 Prozent der Menschen geimpft sind, bei Diptherie, eine Kinderinfektion, die auch Bräune genannt wird, ist die Herdenimmunität schon bei 80 Prozent erreicht.

Schafft man es einen hohen Anteil der Bevölkerung zu impfen, können Viren auch ausgerottet werden. Dies ist erst zweimal innerhalb Europas geschehen:

  • Pocken: 1980 weltweit ausgerottet.
  • Polie, Kinderlähumung: 2002 konnte die Schluckimpfungskampagne die Krankheit auslöschen.

Es gibt eine Voraussetzung für den Gemeinschaftsschutz

Um die Herdenimmunität zu gewährleisten, muss der Erreger nur von Mensch zu Mensch übertragbar sen. Können Tiere den Virus ebenfalls übertragen, hilft nur die individuelle Impfung, um den Erreger in den Griff zu kriegen. Ob eine Impfung wirkt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • die Auswirkungen der Immunität von Müttern auf ihre Babys
  • das Alter bei der Impfung
  • die Verteilung des Impfstoffs
  • die individuelle Beeinträchtigung der Immunkompetenz durch einen Immundefekt

Gibt es eine bestimmte Risikogruppe, ist es schon ausreichend, wenn der Rest der Bevölkerung geimpft wird, um eine Herdenimmunität zu gewährleisten.

Die Gefährdung der Herdenimmunität

Die sogenannte Impfmüdigkeit ist das Einzige, was die Herdenimmunität ins Wanken bringen kann. Sobald nicht akribisch auf die Impfung geachtet wird, reicht es für eine Ansteckung aus. Je später im Alter eine Erkrankung erfolgt, desto gefährlicher kann es sein. Daher ist es wichtig, dass die Impfrate immer hoch gehalten wird, heißt es auf der Seite der vfa die forschenden Pharma-Unternehmen. Auch beim Coronavirus ist eine erneute Ansteckung nicht ausgeschlossen. So hoch werden die Chancen auf einen Impfstoff für Covid-19 eingeschätzt.

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