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Das Coronavirus kann im Auge leben: Sinnesorgan kann "Quelle der Ansteckung sein"

Im Auge von Coronavirus-Infizierten wurde der Erreger nachgewiesen. (Symbolbild)
Im Auge von Coronavirus-Infizierten wurde der Erreger nachgewiesen. (Symbolbild)
Foto: iStock.com/Ivan Pantic
Eine Studie zeigt, dass einige Coronavirus-Infizierte das Virus teilweise bis zu 20 Tage im Auge tragen. Das bedeutet die Untersuchung für uns.

Gründlich Hände waschen, sich nicht ins Gesicht fassen – das wird uns seit Wochen von Experten dringlich angeraten, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus bestmöglich zu verringen. Wie wichtig dies ist, zeigt jetzt eine Studie mit Coronavirus-Infizierten der ersten Stunde. Wissenschaftler stellten nämlich fest, dass das Covid-19 mehrere Tage im Auge nachgewiesen werden können.

Coronavirus – Alle wichtigen Infos
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Coronavirus-Infizierte: Das steckt hinter der Studie

In der Zeitschrift Annals Of Internal Medicine beschreiben Forscher am 17. April 2020 den Fall einer 65-jährigen Coronavirus-Infizierten aus Italien, die der erste bestätigte Fall in dem Land war. Sie zeigte nicht nur Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen, sondern auch Anzeichen einer Bindehautentzündung, als sie im Januar 2020 in ein Krankenhaus eingeliefert worden ist. Nur wenige Tage später fanden Ärzte mithilfe eines Abstrichs Spuren des Coronavirus in ihrem Auge.

Das Auge als "Infektionsquelle"

Weitere Abstriche, die während des Krankenhausaufenthalts der Coronavirus-Infizierten durchgeführt wurden, ergaben, dass sich die Viren replizieren. Das deutet darauf hin, dass die Flüssigkeit in ihrem Auge ansteckend sein könnte.

"Wir haben festgestellt, dass Augenflüssigkeiten von SARS-CoV-2-infizierten Patienten infektiöses Virus enthalten und daher eine potenzielle Infektionsquelle darstellen können", schlussfolgern die Forscher in der Studie daher. Daraus können wir Rückschlüsse für unseren täglichen Umgang ziehen.

Das bedeuten die Erkenntnisse für uns

Die Wissenschaftler erklären nach ihren Untersuchungen in der Zeitschrift nun, welche Rückschlüsse sie ziehen: "Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Kontrollmaßnahmen wie das Vermeiden von Berührungen von Nase, Mund und Augen sowie häufiges Händewaschen."

Die Augen sind laut der Untersuchungen also nicht nur Ort des Viruseintritts, sondern können auch eine "Quelle der Ansteckung sein". Daher sollen sich beispielsweise auch besonders Augenärzte in Acht nehmen, da sie Menschen behandeln könnten, die möglicherweise selbst gar nicht wissen, dass sie Coronavirus-Infizierte sind.

Weitere Nachrichten zum Coronavirus

Coronavirus-Infizierte können das Virus auf unterschiedliche Arten übertragen. Vor diesen drei fürchten sich Wissenschaftler ganz besonders. Dieses Video zeigt, wie unbemerkt die Coronavirus-Übertragung über die Luft funktionert. Doch keine Sorge: Mittlerweile gibt es glücklicherweise auch gute Nachrichten im Zusammengang mit dem Coronavirus. Beispielsweise stellen sich derzeit Hunderte freiwillig einem Test mit einer möglichen Coronavirus-Impfung. Wir werden also hoffentlich bald wissen, ob der Wirkstoff den Erreger tötet. Allerdings müssen wir uns auch mit dem Gedanken vertraut machen, dass es sein kann, das ein Coronavirus-Impfstoff niemals entwickelt werden könnte. Davor warnt nämlich ein WHO-Experte.