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Suche nach Coronavirus-Impfstoff in Gefahr? Erreger macht es Forschern schwer

Die Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff geht weiter. Doch der Erreger macht Probleme.
Die Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff geht weiter. Doch der Erreger macht Probleme.
Foto: iStock/luchschen
Wann werden wir einen Coronavirus-Impfstoff finden? Diese Frage stellen sich nicht nur Forscher. Doch der Erreger macht die Suche nicht gerade einfach.

Wissenschaftler auf der ganzen Welt bemühen sich, so schnell wie möglich einen Coronavirus-Impfstoff zu finden. Doch eine Sache macht es ihnen nicht gerade einfach. Der Erreger verändert sich stetig. So ist die Suche nach einem Heilmittel oder nach zuverlässigen Tests eine wahre Herausforderung.

Coronavirus-Impfstoff finden ist etwas kompliziert

Wie Genanalysen zeigen, passt sich Covid-19 weiter dem menschlichen Wirt an. Mittlerweile sind schon Hunderte Variationen des neuartigen Virus bekannt. Teilweise betreffen diese das Schlüsselprotein, welches Einfluss darauf hat, wie ansteckend das Virus ist. Genau diese ständige Veränderung macht es Forschern nicht leicht, einen Coronavirus-Impfstoff zu entwickeln.

5.300 Covid-19-Erreger aus 62 Ländern wurden von britischen Forschern untersucht. Es ist normal für einen Virus sich zu verändern, denn nur durch ständiges Kopieren vermehrt sich ein Erreger. Es können Fehler, sogenannte Mutationen, auftreten. Doch im Fall des Coronavirus konnten nun zwei häufige Mutationen festgestellt werden:

  1. Teile des Bauplans für das Schlüsselprotein
  2. Veränderungen in der Oberflächenstruktur des Schlüsselproteins

Die Mutations-Proben stammen aus verschiedenen Ländern, was zeigt, dass sich der veränderte Erreger geografisch durchgesetzt hat. Diese Veränderungen können eine Vorteil für Covid-19 bringen. Bestätigt wurde das Ergebnis der Studie noch nicht. Die Wissenschaftler betonen zudem, dass sie nur einen Bruchteil der Viren untersucht haben und es deshalb nicht auf die breite Masse übertragen werden kann.

Welchen Einfluss hat eine Mutation des Erregers?

Doch mit ihrem Ergebnis stehen die britischen Forscher nicht alleine da. Weitere Untersuchungen haben erkannt, dass sich das Coronavirus verändert hat. Alleine durch seinen Sprung vom Tier auf den Menschen muss es schon Veränderungen gegeben haben. Doch im Vergleich mit anderen Viren mutiert Covid-19 langsam. Allerdings ist das Virus weit verbreitet und daher häufen sich auch die Mutationen.

Anhand der Mutationen lassen sich die Wege des Virus nachverfolgen. Regionale Unterschiede des Erregers werden sich daher häufen. Daher kann es sein, dass ein Coronavirus-Impfstoff in manchen Ländern besser oder schlechter wirkt. Ob eine Veränderung des Erregers diesen auch ansteckender macht, konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden. Allerdings geht eine Studie des Los Alamos Laboratory, New Mexico, davon aus aus.

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Mutation macht die Suche nach einem Impfstoff schwierig

Es gibt auch Untersuchungen, die davon ausgehen, dass eine Mutation das Virus weniger gefährlich macht, da ganze Abschnitte des Genoms verloren gehen. Wichtig ist es nun für die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffes zu verstehen, wie sich Covid-19 verändert. Wird das Schlüsselprotein ständig verändert, sodass Antikörper es nicht mehr erkennen, müsste auch ein Heilmittel immer wieder angepasst werden. Ansonsten wäre ein Imfpstoff nicht immer zuverlässig. Hinzukommt, dass Menschen sich immer wieder mit dem Erreger anstecken könnten. Auch könnte eine Mutation den Virus für Testverfahren unsichtbar machen.

Trotzdem muss die Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff weitergehen. Ein Heilmittel könnte nun bald einsatzbereit sein. Ein Experte der Weltgesundheitsorganisation warnt aber vor zu viel Zuversicht: Er glaubt, dass ein Impfstoff niemals entwickelt wird.