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Die Atmosphäre des Planeten Venus verhält sich auffällig – Forscher erklären, wieso

Der Planet Venus fasziniert durch seine ungewöhnliche Atmosphäre. (Symbolbild)
Der Planet Venus fasziniert durch seine ungewöhnliche Atmosphäre. (Symbolbild)
Foto: iStock/Aphelleon
Schon länger ist bekannt, dass die Atmosphäre des Planeten Venus sich merkwürdig verhält. Nun liefern Wissenschaftler eine Erklärung dafür.

Im Vergleich zum Merkur hat der Planet Venus eine recht langsame Rotation. 243 Erdentage benötigt die Venus, bis sie sich um ihre eigene Achse gedreht hat. Doch Forschern ist schon vor rund 60 Jahren etwas Seltsames aufgefallen. Denn die Atmosphäre des Planeten verhält sich völlig anders.

Planet Venus: Spielt die Atmosphäre verrückt?

Nur vier Erdentage benötigt die Atmosphäre des Planeten Venus, um sich die eigene Achse zu drehen. Die Geschwindigkeit beträgt 200 Meter pro Sekunde und ist damit 60 Mal schneller als die Rotation des Planeten selbst. Unter Wissenschaftlern wird dieses Phänomen die atmosphärische Superrotation genannt. Nun könnte eine Studie neue Erkenntnisse zu diesem merkwürdigen Verhalten der Atmosphäre liefern.

Laut der Studie könnte der Grund für diese unterschiedliche Geschwindigkeit an den atmosphärischen Flutwellen des Planeten Venus liegen. Diese Wellen entstehen durch die Erwärmung der Sonne zur Tageszeit des Planeten. Daher ergibt sich ein Unterschied zu den kühleren Temperaturen in der Nacht, heißt es in der Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Science von den japanischen Forschern.

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Superrotation der Venus ist etwas Besonderes

Dass der Planet Venus eine solche Superrotation aufweist, ist ziemlich einzigartig. Um auf das Ergebnis ihrer Studie zu kommen, wurden Bilder der Raumsonde Akatsuki betrachtet. Das Raumschiff ist auch als Venus Climate Orbiter bekannt und wurde von der japanischen Raumfahrtbehörde im Mai 2010 ins Weltall befördert. Im Dezember 2015 näherte es sich dem Planeten und begann mit seinen Beobachtungen.

Durch die Sonde konnten die Wolken und die Windgeschwindigkeit des Planeten analysiert werden. Akatsuki nahm die Geschehnisse mit Ultraviolett- und Infrarot-Kameras auf. In der Nähe des Äquators der Venus konnten die Flutwellen bemerkt werden, die durch die Erwärmung der Sonne entstehen. Die Durchschnittstemperatur auf der Venus beträgt 462 Grad Celsius. Doch in den oberen Atmosphären kann es auch kälter werden: die Temperaturen liegen dort zwischen -43 bis -173 Grad Celsius.

Viele Forscher gehen davon aus, dass der Planet Venus die Zukunft der Erde vorhersagt. Die beiden Planeten haben eine ähnliche Größe und Beschaffenheit. In jüngeren Jahren könnte die Venus sogar der Erde geähnelt haben. Nur durch atmosphärische Veränderungen hat sie sich so stark verändert. Auch heute noch sollen sich aktive Vulkane auf der Venus befinden.

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