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Die Venus war eine zweite Erde – bis zu diesem verheerenden Ereignis

Die Venus hätte unsere zweite Heimat sein können – wenn es nicht zu einer Verkettung von Ereignissen gekommen wäre.
Die Venus hätte unsere zweite Heimat sein können – wenn es nicht zu einer Verkettung von Ereignissen gekommen wäre.
Foto: imago stock&people / imago/Science Photo Library
Die Venus liegt außerhalb der habitablen Zone und ist unbewohnbar für den Menschen. Doch das war vor Milliarden Jahren noch ganz anders.

Nicht erst seit der Bedrohung durch unsere Klimakrise suchen Forscher nach anderen bewohnbaren Planeten im Universum, auf welche die Menschheit vielleicht irgendwann einmal ausweichen kann. Dabei wurde der Planet Venus schnell ausgeschlossen, denn er ist zu heiß und die Atmosphäre für uns giftig. Dabei war das nicht immer so. Ein einschneidendes Ereignis sorgte für die Unbewohnbarkeit der Venus.

Das All fasziniert Forscher, Bürger und mächtige Unternehmen.
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Die Bewohnbarkeit des Planeten Venus

Die Venus gehört zu den erdähnlichen Planeten und hat in etwa die gleiche Größe, wie die Erde und kommt ihr in ihrer Umlaufbahn am nächsten. Dennoch ist sie für den Menschen und andere Lebenformen unbewohnbar. Grund dafür ist ihre Nähe zu Sonne, denn diese sorgt für durchschnittliche Temperaturen von knapp 464 Grad Celsius.

Wenn das nicht schon abschrecken würde, dann vielleicht der Oberflächendruck, der knapp neun Mal stärker als auf der Erde ist, und die Atmosphäre des Planeten Venus, die keinen Sauerstoff enthält. Auch die Existenz von Wasser konnte nicht nachgewiesen werden, obwohl viele Forscher vermuteten, dass es auf der Venus einst Ozeane gegeben haben soll.

Von allen unseren Planeten ist die Venus der Erde am ähnlichsten. Für die Wissenschaftler war es lange ein Rätsel, wie zwei so ähnliche Planeten nebeneinander existieren und doch so verschiedene Atmosphären und Lebensbedingungen haben können.

Neue Forschungen zeigen, dass Planet Venus einst bewohnbar war

Grund genug für Forscher des Goddard Institute Of Space Science die Vergangenheit des Planeten Venus genauer zu untersuchen. Die Wissenschaftler haben dabei in einem Experiment fünf verschiedene Simulationen der Venus durchgespielt und das Ergebnis war eindeutig: Die Venus muss einst flüssiges Wasser und ein organismusfreundliches Klima zwischen 20 und 50 Grad Celsius gehabt haben. Und das ganze 3 Milliarden Jahre, von ihren 4,5 Milliarden Jahren Lebenszeit.

Die Forscher sind sich sicher, dass der Planet Venus noch heute hätte bewohnbar sein können, wenn nicht eine Reihe außergewöhnlicher Ereignisse seinen Lauf genommen hätte. Bisher hatte die Wissenschaft angenommen, dass die Venus diese bewohnbaren Attribute, wie Wasser und Temperatur aufgrund der erhöhten Sonnenstrahlung nicht hätte halten können, doch in allen Simulationen war dies der Fall. Was also geschah, dass das Wasser und die bewohnbaren Temperaturen verschwanden?

Was geschah auf dem Planeten Venus?

Um herauszufinden welche Einflüsse zu dem jetzigen Treibhausplaneten führten, wurden verschiedene Szenarien durchgespielt. Dabei wurde herausgefunden, dass der Planet Venus kurz nach seiner Entstehung eine Abkühlphase durchlaufen haben muss, in der die Atmosphäre eine hohe Konzentration an Kohlenstoffdioxid gehabt hätte, ganz wie die Erde.

Hätte sich der Planet Venus weiterhin so wie die Erde entwickelt, wäre das CO2 in die Erde aufgenommen und eingeschlossen worden. In allen Simulationen hätte sich bis heute eine erdähnliche Atmosphäre eingestellt. Für die Forscher bedeutet das, dass ein unvorhergesehenes Ergebnis eingetreten sein muss. Michael Way, der führende Kopf des Forschungsteams, ist davon überzeugt, dass es mit den vulkanischen Aktivitäten der Venus zu tun hat.

Es muss ein Ereignis gewesen sein, welches eine enorm große Menge Gas freigesetzt hat. Diese muss in so einer hohen Konzentration in der Atmosphäre da gewesen sein, dass diese gekippt ist und sich nicht mehr regenerieren konnte. Danach hat sich der Planet auf seine jetzige Temperatur aufgeheizt und die Ozeane verdampften.

Fazit: Was heißt das für uns?

Obwohl die Ereignisse auf der Venus vorerst ein Rätsel bleiben, zeigen sie doch in einem bedrohlichen Ausmaß, wie ein Umweltfaktor einen unumkehrbaren Treibhauseffekt auslösen konnte, welcher einen ganzen Planeten unbewohnbar machte. Unklar ist, ob es ein plötzliches Ereignis und oder eine Ereignisfolge war.

Auch auf der Erde gab es in der Vergangenheit solche Gas-Ereignisse, die ein Massenausterben zu verantworten hatten, wie zum Beispiel die Entstehung der Sibirischen Fallen. Das Ereignis auf dem Planeten Venus muss allerdings weitaus drastischer gewesen sein.

Klar ist, dass noch weiter geforscht werden muss, um die Geschichte des erdähnlichen Planeten Venus zu verstehen. Die NASA will in einer neuen Mission Menschen auf die Venus schicken, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Vielleicht kann man aus der Geschichte der Venus lernen. Heute ist und bleibt sie, wie alle unsere Planeten unbewohnbar. Übrigens: Aus diesen Gründe könnte der Saturnmond Titan gut zu bevölkern.

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