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Corona-Immunität tatsächlich gegeben: So kämpft dein Körper gegen den Erreger

Eine Corona-Immunität würde uns dauerhaft gegen das Virus schützen.
Eine Corona-Immunität würde uns dauerhaft gegen das Virus schützen.
Foto: iStock/Dmitry Belyaev
Forscher arbeiten schon lange daran, um eine Corona-Immunität herzustellen. Doch nun könnten zwei Studien uns diesem Ziel näherbringen.

Bislang war unklar, ob wir auch dauerhaft immun gegen das neuartige Coronavirus sein können. Anhand von T-Zellen im Körper wird die Immunität in Hinblick auf einen Virus nachgewiesen. Es war unklar, wie sich die Zellen gegen Covid-19 verhalten. Nun scheint es endlich Erkenntnisse zum Thema Corona-Immunität zu geben.

Corona-Immunität: So steht es um deinen Schutz

Zwei neue Studien zeigen nun, dass infizierte Menschen T-Zellen entwickeln, die gegen Covid-19 ankämpfen. Sie können möglicherweise auch zur Genesung beitragen. Besonders erstaunlich ist, dass auch einige eine Corona-Immunität entwickelt haben, die noch nicht mit Covid-19 in Berührung gekommen sind. Die Forscher gehen davon aus, dass das daran liegt, dass diese Personen vorher schon Kontakt zu anderen Coronaviren hatten.

Leider lässt sich nicht sagen, ob anhand der Zellen auch eine spätere Ansteckung am Coronavirus ausgeschlossen ist. Dennoch haben beide Studien eine starke T-Zellen-Reaktion nachweisen können. Dies sei immerhin schon einmal ein Zeichen dafür, dass es sich um eine längerfristige Corona-Immunität handelt. Die Ergebnisse können zudem dabei helfen, einen Impfstoff gegen den Erreger zu finden.

Die Ergebnisse zeigen eine beruhigende Entwicklung

In einer der aktuellen Studien versuchten die Forscher vorherzusehen, welche viralen Proteinstücke die stärkste T-Zellen-Reaktion hervorrufen würden. Es wurden Immunzellen von zehn Patienten eingesetzt, die sich durch einen milden Krankheitsverlauf von Covid-19 erholt haben. Bei 70 Prozent der Probanden wurden virusspezifische Killer-T-Zellen entdeckt. Das Immunsystem erkennt den Virus und setzt die passende Immunantwort ein.

Coronavirus – Alle wichtigen Infos
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Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine andere Studie der Berliner Charité. Bei 15 von 18 eingelieferten Patienten wurden ebenfalls Helfer-T-Zellen entdeckt, die es auf das Spike-Protein des Virus abgesehen haben. Sie wollten nun wissen, ob auch Menschen eine Corona-Immunität entwickeln, die nicht infiziert waren. Bei der Untersuchung von 68 Personen konnten die Forscher bei 38 Prozent T-Zellen nachweisen.

Sie gehen davon aus, dass diese Immunität durch eine frühere Begegnung mit einem Coronavirus zustande kam. Die Erreger müssen sich ähneln und daher scheinen die T-Zellen den Körper dagegen zu schützen. Aufgrunddessen lässt sich vermuten, dass ein großer Teil der Bevölkerung schon gegen Covid-19 geschützt sein könnte. So müssten wir nur noch eine geringe Restimmunität entwickeln, um die Herdenimmunität zu garantieren.

Wir kommen dem Heilmittel immer näher

Zuvor war unklar, ob die T-Zellen dabei helfen Covid-19 zu bekämpfen. Sie hätten auch eine gefährliche Überreaktion des Immunsystems auslösen können. Bei den bisherigen Impfstoff-Forschungen konzentrieren sich Wissenschaftler vor allem darauf, Antikörper zu entwickeln. Dabei zielen sie auf B-Zellen ab, sodass diese sich mit dem Virus verbinden und das Eindringen in den Körper abwehren. Den Unterschied zwischen Antikörpern und Killerzellen kannst du hier nachlesen.

Dennoch heißt es nicht, dass Menschen, die einmal am neuartigen Erreger erkrankt sind auch eine Corona-Immunität für immer aufweisen. Sie können sich durchaus auch zweimal anstecken.

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