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Remdesivir: Neues Coronavirus-Medikament zeigt sich äußerst wirksam

Coronavirus – Alle wichtigen Infos

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Wird das Coronavirus-Medikament Remdesivir früh verabreicht, kann es dem SARS-Cov-2-Erreger effektiv entgegentreten.

Bereits Anfang Mai hatten Mediziner des Universitätsklinikums Köln das neue Coronavirus-Medikament des Kalifornischen Pharmazie- und Biotechnologieunternehmens Gilead Sciences in Augenschein genommen. "Remdesivir wirkt", hatten sie festgestellt, doch waren weitere Tests unerlässlich. Diese wurden nun endlich durchgeführt und zeigen: der Therapiezeitpunkt ist entscheidend.

Coronavirus-Medikament überzeugt die Forscher

Brandi Williamson vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) im US-Bundesstaat Maryland und ihr Team haben das potenzielle Coronavirus-Medikament an Rhesusaffen getestet. Die Forscher infizierten zwölf der Primaten mit SARS-Cov-2 und verabreichten ihnen einen halben Tag später die erste Dosis Remdesivir. Eine Kontrollgruppe bekam stattdessen wirkstofffreie Salzlösung appliziert.

Lag die erste Dosis für die tierischen Probanden noch bei zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kg), erhielten die Rhesusaffen in den fünf Folgetagen täglich jeweils fünf mg/kg verabreicht. Eine vergleichbare Menge würde man auch zur therapeutischen Behandlung von Menschen verwenden. Im Laufe der Studie untersuchten die Wissenschaftler außerdem regelmäßig den Zustand der Lunge, die Virenlast in Atemwegen und Lunge und die allgemeinen Symptome – mit erstaunlichem Ergebnis.

"Nur einer der sechs mit Remdesivir behandelten Affen hatte leichte Atembeschwerden", erklärten Williamson und ihre Kollegen. "Röntgenaufnahmen zeigten zudem signifikant weniger schwerwiegende Infiltrationen in der Lunge und eine geringere Beteiligung der Lungenflügel." Bereits zwölf Stunden nach Applizieren der ersten Dosis sei die Virenlast in den Lungen der Tiere gegenüber dem Ausgangswert um das hundertfache gesunken.

Remdesivir muss früh verabreicht werden

Gerade mal drei Tage habe es gedauert, bis bei keinem der untersuchten Affen noch Viren in Sekretproben oder Lunge entdecktwerden konnten. In Nase und Rachen wiederum habe sich die Virenkonzentration nicht signifikant verringert. Dies könne darauf hinweisen, dass die Behandlung mit dem Coronavirus-Medikament lediglich die Stärke der Erkrankung, nicht aber die Infektiosität beeinflusst.

Nur einer der sechs mit Remdesivir behandelten Affen hatte leichte Atembeschwerden", so das Team. "Röntgenaufnahmen zeigten zudem signifikant weniger schwerwiegende Infiltrationen in der Lunge und eine geringere Beteiligung der Lungenflügel." Somit werden die Ergebnisse der Mediziner des Universitätsklinikums Köln nun auch durch einen reliablen Test gestützt.

Übrigens: Remdesivir ist nicht das einzige Coronavirus-Medikament, das den Wissenschaftlern Hoffnung macht.

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