Seit Anfang 2020 schon wütet das Coronavirus SARS-CoV-2 auf der ganzen Welt. Allerdings ist es nicht nur die dadurch hervorgerufene Atemwegserkrankung Covid-19, die den Menschen zu schaffen macht. So erstrecken sich die Coronavirus-Folgen auch auf die Psyche vieler Menschen, die durch die Krise mit ihren Problemen alleingelassen werden.

[kaltura-widget uiconfid=“23465247″ entryid=“0_9vtnvj37″ width=“100%“ height=“56.25%“ responsive=“true“ hoveringControls=“true“ isplaylist=““ /]

Coronavirus: Folgen für Psyche schwerer als erwartet

Aus einer Befragung des Versicherungsunternehmens AXA geht hervor, dass die psychischen Folgen des Coronavirus bislang stark unterschätzt worden sind. Doch soll sie nicht nur dazu dienen, ebendiese Information an die Öffentlichkeit zu tragen, sondern auch Unternehmen auf diese Lücke im öffentlichen Diskurs aufmerksam machen.

„Es wird Zeit, dass wir die sozialen Aspekte der aktuellen Krise und auch deren volkswirtschaftliche Auswirkungen noch stärker diskutieren“, ermahnt Alexander Vollert, Vorstandschef von Axa Deutschland, gegenüber dem Handelsblatt. „Psychische Belastungen werden in Deutschland zunehmend zu einer unbehandelten Volkskrankheit.“ Die AXA selbst ist von dieser Problematik zum einen als Versicherer, zum anderen aber auch als Arbeitgeber betroffen.

Maßnahmen spalten die Bevölkerung

Vor allem psychisch erkrankte Menschen könnten unter der momentanen Situation leiden. Es sei daher von großer Bedeutung, dass ihre Belange nicht in Vergessenheit sondern wesentlich stärker in den Blick der Allgemeinheit rücken. Maßnahmen, die die Gesellschaft als Coronavirus-Folgen spalten, stellen für diese Teile der Bevölkerung ein weiteres Risiko dar.

„Die Corona-Pandemie spaltet die Gesellschaft weiter. Personengruppen, die es zuvor schon schwer hatten, werden nun weiter abgehängt“, so Vollert. Der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) erkranken alleine in Deutschland jährlich 18 Millionen Menschen wegen psychischer Probleme.

Während 74 Prozent der befragten Männer angaben, keinerlei psychische Probleme während der Krise zu haben, waren es unter den befragen Frauen gerade mal 56 Prozent. Rund 44 Probandinnen hätten zudem angegeben, dass Herausforderungen und Probleme als Coronavirus-Folgen weiter zugenommen hätten. Wenn rechtzeitig reagiert würde, ließen sich die Krankheitstage deutlich reduzieren.

Corona in Deutschland: Damit müssen wir rechnen

Während Forscher bereits von der Entdeckung eines wichtigen „Game Changers“ sprechen, ist der Virologe Christian Drosten noch argwöhnisch. Er ist der Ansicht, wir seien weltweit nicht für die Corona-Pandemie gewappnet. Selbst die Zahlen zum Coronavirus-Impfstoff beunruhigen Wissenschaftler zunehmend. Welche Coronavirus-Folgen sich nach Ende der Krise offenbaren, bleibt allerdings abzuwarten.

Du willst mehr von uns lesen? Folge uns auf Google News.