Viele galaktische Maßstäbe sind zu groß, als dass wir sie uns vorstellen könnten. Doch lassen sich einige von ihnen verbildlichen, sodass wir zumindest den Bruchteil einer Vorstellung dessen erlangen, was um uns herum in den Tiefen des Alls geschieht. Einen Teil dieses Geschehens stellen sogenannte Gammablitze (Gamma Ray Bursts, GRBs) dar. Dabei handelt es sich um Energieausbrüche sehr hoher Leistung, die große Mengen elektromagnetischer Strahlung ins All befördern. Was aber geschieht, wenn ein solcher Blitz die Erde trifft?

Wie gefährlich ist ein Gammablitz?

Wenngleich noch nicht in Gänze sicher ist, wie Gammablitze genau entstehen, scheinen sich Wissenschaftler doch darüber einig zu sein,dass Hypernovae und Sternenkollisionen als mögliche Ursprünge in Frage kommen. Bei einer Hypernova handelt es sich um eine Supernova, also die Explosion eines massereichen Sterns, mit einer elektromagnetisch abgestrahlten Energie von mehr als 1045 Joule.

Für das bloße Auge sind diese Blitze nicht sichtbar, dass sie sich beinahe ausschließlich im Gammabereich des elektromagnetischen Spektrums abspielen. Tatsächlich treffen Gammablitze fast jeden Tag die Erde. Doch sind sie viele Milliarden Lichtjahre entfernt entstanden und haben somit nur noch einen verschwindend geringen Bruchteil ihrer eigentlichen Kraft inne. Findet ein solches Ereignis aber nahe unserem Sonnensystem statt, wird es gefährlich. So gehen einige Forscher davon aus, dass das irdische Massenaussterben vor 450 Millionen Jahren, bei dem gut die Hälfte aller Arten dahingerafft wurde, durch einen Gammablitz innerhalb der Milchstraße ausgelöst worden sein könnte.

Dass du ein solches Ereignis miterleben musst, ist allerdings überaus unwahrscheinlich. So wurde abenteuer-sterne.de zufolge berechnet, dass binnen 500 Millionen Jahren lediglich eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit bestehe, dass die Erde von einem solchen Energieausbruch mit einer Energiedichte von 100 Kilojoule pro Quadratmeter erwischt würde.

Wenn ein Gammablitz die Erde trifft

Aus den Erkenntnissen der Vergangenheit lassen sich häufig Schlüsse ziehen, die uns dabei helfen können, künftige Krisen zu überwinden. Käme es allerdings zu einer Hypernova in der nähe unseres Sonnensystems, deren Gammablitz sich bis zur Erde ausbreitet, bliebe uns vermutlich nicht einmal die Zeit zu reagieren. Könnten wir die mit ihm einhergehende Strahlung messen, wäre es bereits zu spät.

Neben dem ersten Eintreffen auf der Erde, bei dem bereits – je nach Stärke und Dauer des Ereignisses – ein großer Teil des Lebens verschwindet, zieht ein Gammablitz auch Spätfolgen nach sich. So würde eher etwa die Ozonschicht so stark schädigen, dass die globale Nahrungsmittelversorgung kurzerhand zusammenbrechen würde. Dies könnte außerdem zu langanhaltenden Veränderungen des Klimas sowie der ganzen Atmosphäre unseres Planeten führen. Diese verheerenden Spätfolgen könnten die Weltbevölkerung auf einen Bruchteil ihres bisherigen Umfangs zusammenschrumpfen lassen.

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