Wie Sterne erscheinen auch Quasare punktförmig im sichtbaren Bereich des Lichts. Allerdings strahlen sie sehr große Energiemengen in anderen Wellenlängenbereichen ab. Diese Emission stammt von der Akkretionsscheibe, die Materie in Richtung des Zentrums transportiert. Sie umgibt ein Schwarzes Loch und kann aus atomarem Gas, verschieden stark ionisiertem Gas (Plasma) oder interstellarem Staub bestehen.

Quasare im Kampf um Leben und Tod

Forscher, die mit dem Hubble-Weltraumteleskop der US-Raumfahrtorganisation NASA arbeiten, haben nicht nur einen, sondern gleich vier Quasare – in Form von zwei Paaren – entdeckt. Sie könnten Aufschluss darüber geben, wie sich Galaxien bilden. Unter Ausnutzung der Fülle von Informationen, die der Gaia-Satellit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der bodengestützte Sloan Digital Sky Survey gesammelt haben, haben die Forscher ihre Jagd auf diese seltenen, aber extrem hellen Doppelquasare eingegrenzt.

„Wir schätzen, dass es im fernen Universum auf 1.000 Quasare einen Doppelquasar gibt. Diese Doppel-Quasare zu finden ist also wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, sagt der leitende Forscher Yue Shen von der University of Illinois in Urbana-Champaign (via SciTechDaily). Die Entdeckung dieser vier Quasare biete neue Möglichkeiten, Kollisionen zwischen Galaxien und die Verschmelzung supermassereicher schwarzer Löcher im frühen Universum zu untersuchen.

„Dies ist wirklich die erste Probe von dualen Quasaren in der Hauptepoche der Galaxienbildung, mit der wir Ideen darüber untersuchen können, wie supermassive Schwarze Löcher zusammenkommen, um schließlich einen Doppelstern zu bilden“, erklärt zudem Nadia Zakamska vom Forschungsteam der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland.

Die Bildung neuer Galaxien

Wenn Quasare zusammenkommen, erzeugen sie galaktische Winde, die das restliche Gas aus den fusionierenden Galaxien wegfegen und so die neue Sternentstehung verlangsamen oder ganz stoppen, so dass die neue singuläre Galaxie eine elliptische Form annimmt. Etwas mehr als 100 dieser Doppelquasare wurden bisher entdeckt, aber keiner ist so alt wie diese beiden neuen Paare. Die Quasare in jedem der beiden neuen Paare sind nur 10.000 Lichtjahre voneinander entfernt.

„Quasare haben einen tiefgreifenden Einfluss auf die Galaxienbildung im Universum“, so Zakamska. „Die Entdeckung von dualen Quasaren zu diesem frühen Zeitpunkt ist wichtig, weil wir jetzt unsere langjährigen Vorstellungen darüber testen können, wie sich Schwarze Löcher und ihre Wirtsgalaxien gemeinsam entwickeln.“

Vor kurzem erst hatten Astronomen die Entdeckung des bislang ältesten Quasars seit dem Urknall bestätigt. Der Fund stört eine grundlegende Theorie zur Entstehung Schwarzer Löcher. Zudem überdenken Wissenschaftler derzeit das Standardmodell der Teilchenphysik, ein Naturgesetz, das durch eine neue Beobachtung aus den Fugen geraten zu sein schein.

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