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Gefährlich für die Erde? Forscher entdecken Schwarzes Loch in unserer Nähe

In der Nähe der Erde haben Astronom:innen ein winziges Schwarzes Loch entdeckt.
In der Nähe der Erde haben Astronom:innen ein winziges Schwarzes Loch entdeckt.
Foto: Getty Images/ANDRZEJ WOJCICKI/SCIENCE PHOTO LIBRARY
Artikel von: Philipp Rall
Ein Schwarzes Loch in der Nähe der Erde zieht derzeit das Interesse von Astronom:innen auf sich. Es zerrt an einem Roten Riesen.

Astronom:innen haben nahe der Erde ein winziges Schwarzes Loch entdeckt. Es befindet sich in einer Entfernung von gerade mal 1.500 Lichtjahren zu unserem Heimatplaneten und trägt den Spitznamen "The Unicorn" (deutsch: "Das Einhorn"). Das neuentdeckte Objekt verfügt über etwa das Dreifache der Masse unserer Sonne.

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Was ist ein Schwarzes Loch?

Bei einem Schwarzen Loch handelt es sich um ein Objekt, dessen Masse auf einextrem kleines Volumen komprimiert ist. Dadurch übt es auf seine unmittelbare Umgebung eine solch starke Gravitation aus, dass ihm nicht einmal Licht entkommen kann. Die äußere Grenze eines Schwarzen Lochs, der Bereich, den wir als helle Scheibe wahrnehmen, wird Ereignishorizont genannt. Aus dem inneren der Singularität kann diesen Bereich aufgrund der enormen Krümmung der Raumzeit, die sie bewirkt, nichts überschreiten.

Das Einhorn: Ein Schwarzes Loch in Erdnähe

Der Spitzname des Schwarzen Lochs erfüllt eine doppelte Bedeutung. Zum einen besitzt das Objekt verglichen mit seinen Artgenossen eine unfassbar geringe Masse, was es beinahe einzigartig macht, und zum anderen befindet es sich im Sternbild Monoceros, also "Einhorn". Die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten die Wissenschaftler:innen in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society.

"Als wir uns die Daten ansahen, stach dieses Schwarze Loch – das Einhorn – einfach heraus", zitiert eine Pressemitteilung der Ohio State University den Hauptautor Tharindu Jayasinghe, ein Doktorand der Astronomie an der Universität und ein Ohio State Presidential Fellow. Der Begleiter des Schwarzen Lochs, ein Roter Riese, wurde im Laufe der Jahre von einer Vielzahl von Instrumenten beobachtet, darunter eine automatische Durchmusterung des gesamten Himmels und ein NASA-Satellit zur Suche nach transitierenden Exoplaneten.

Jayasinghe und seine Kolleg:innen analysierten diesen großen Datensatz und bemerkten etwas Interessantes: Das Licht des Sterns ändert periodisch seine Intensität. Dies wies das Team darauf hin, dass ein anderes Objekt an dem Stern ziehen und seine Form verändern muss.

Kein Risiko für die Erde – aber für Roten Riesen

"Wenn man auf eine andere Art und Weise schaut, was wir tun, findet man andere Dinge", erklärte Kris Stanek, Co-Autor der Studie, Astronomieprofessor an der Ohio State und angesehener Wissenschaftler der Ohio State. "Tharindu schaute sich diese Sache an, die so viele andere Leute angeschaut hatten, und anstatt die Möglichkeit zu verwerfen, dass es ein Schwarzes Loch sein könnte, sagte er: 'Nun, was, wenn es doch ein Schwarzes Loch sein könnte?'"

Genauso wie die Schwerkraft des Mondes die Ozeane der Erde verzerre, was dazu führe, dass sich die Meere zum Mond hin und von ihm weg ausbeulen, so verzerre das Schwarze Loch den Stern in eine fußballähnliche Form, bemerkt Todd Thopson, ein weiterer Co-Autor des Papers. "Die einfachste Erklärung ist, dass es sich um ein schwarzes Loch handelt – und in diesem Fall ist die einfachste Erklärung die wahrscheinlichste." Für die Erde stellt der Körper aufgrund seiner Größe und Entfernung kein Risiko dar.

Vor allem im Laufe der vergangenen paar Jahre haben Forscher und Forscherinnen bei der Erforschung Schwarzer Löcher große Fortschritte erzielt. So entdeckten sie etwa ein "uraltes Relikt", das die Frage nach der Entstehung Schwarzer Löcher endlich klären könnte. Auch wurde ein Quasar gefunden, der ebendiese Frage bis ins frühe Universum zurückverfolgen könnte.

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