Bei einer Sonneneruption (auch Flare oder chromosphärische Eruption) handelt es sich um einen Bogen erhöhter Strahlung innerhalb der Chromosphäre eines Sterns. Unter der Einwirkung des Magnetfeldes wird das Sonnenplasma plötzlich komprimiert und es bildet sich ein Plasmabündel oder -band, das zu einer explosiven Energiefreisetzung führt. Ein ebensolches Ereignis – aber mit weit größeren Auswirkungen, als es bei unserer Sonne der Fall wäre – haben Astronom:innen nun auf Proxima Centauri beobachtet.

Eruption von Proxima Centauri trifft Planeten

Proxima Centauri ist ein roter Zwergstern, der das stellare Zentrum des Alpha Centauri-Sternsystems bildet. Er befindet sich in einer Entfernung von etwa 4.244 Lichtjahren zur Erde und verfügt über eine Masse, die rund achtmal geringer ist, als die unserer Sonne. Ein Team von Astronom:innen hat nun den größten jemals von Proxima Centauri emittierten Sternflare beobachtet. Der Flare ist 100-mal stärker als jede Eruption, die von unserer Sonne ausgeht, und könnte für die Suche nach bewohnbaren Welten relevant sein.

„Sterne wie Proxima Centauri sehen anders aus als unsere Sonne, und sie verhalten sich auch anders“, erklärte der Co-Autor des entsprechenden Papers, Parke Loyd von der Arizona State University, in einem Statement. „Insbesondere flackern sie viel mehr als die Sonne, aber wir fangen gerade erst an, das Ausmaß und den Charakter ihrer Flares zu verstehen.“

Als die Daten des Hubble-Weltraumteleskops eintrafen und das Team zum ersten Mal aufzeichnete, wie viel ultraviolettes Licht Proxima Centauri zu jedem Zeitpunkt der Beobachtungen abstrahlte, sei sofort klar geworden, „dass wir ein bemerkenswertes Ereignis eingefangen hatten“, so Loyd. „Es war extrem hell und extrem kurz. In nur wenigen Sekunden wurde die ultraviolette Strahlung des Sterns etwa 14.000 Mal heller.“ Auf Planeten, die derartige Flares abbekämen, sei das langzeitliche Bestehen außerirdischen Lebens unwahrscheinlich.

Suche nach außerirdischem Leben

„Viele der Exoplaneten, die wir bisher gefunden haben, befinden sich in den Orbits solcher Sterne“, ergänzt Astrophysik-Assistenzprofessorin Meredith MacGregor von der University of Colorado-Boulder. „Aber der Haken ist, dass sie viel aktiver sind als unsere Sonne. Sie flackern viel häufiger und intensiver.“

„Wenn wir uns vorstellen, dass wir ultraviolettes Licht sehen können und uns auf dem Planeten Proxima Centauri b befanden, als diese Eruption stattfand, hätten wir einen blendenden Blitz erlebt, gerade an der Grenze unseres Sehbereichs“, fährt sie fort. Wenn Organismen auf einem solchen Planeten existieren würden, vermute sie, dass sie sehr schnell reagieren müssten, um sich bei den ersten Anzeichen einer Eruption zu schützen, und sie müssten dies mehrmals am Tag tun.

Das bedeutet, dass auf der Suche nach außerirdischem Leben Sterne wie Proxima Centauri eine wichtige Rolle spielen könnten. Denn selbst in jenen „habitablen Zonen“, die im Orbit anderer Sonnen gute Lebensbedingungen bereitstellen können, würden Eruptionen wie diese die Entstehung von Organismus stark beeinträchtigen.

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