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Pulsierende Sterne: Forscher finden Erklärung für mysteriöses Phänomen

Viele Rote Riesen pulsieren. Nun könnten Forscher:innen festgestellt haben, woran das liegt.
Viele Rote Riesen pulsieren. Nun könnten Forscher:innen festgestellt haben, woran das liegt.
Foto: Getty Images/MARK GARLICK/SCIENCE PHOTO LIBRARY
Artikel von: Philipp Rall
Forscher:innen könnten das Rätsel gelöst haben, das hinter dem Pulsieren vieler Roter Riesen steckt.

Ein Roter Riese ist ein Stern des späten Spektraltyps mit hoher Leuchtkraft und ausgedehnten Hüllen. Im Laufe der vergangenen Jahre konnten Astronom:innen immer wieder beobachten, dass viele dieser speziellen Himmelskörper ein langsames, aber regelmäßiges Pulsieren zeichnet. Lange konnten sie nur darüber spekulieren, worin der Ursprung dieses Phänomens liegt, nun aber scheinen sie eine Erklärung gefunden zu haben.

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Rote Riesen: Deshalb pulsieren viele von ihnen

Bislang galten lange sekundäre Perioden (LSPs von engl. "Long Secondary Periods") als die einzige bekannte unerklärte Art von stellarer Variabilität mit großer Amplitude. Sie lassen sich bei gut einem Drittel aller Roten Riesen beobachten. Ein Team um Professor Igor Soszyński vom astronomischen Observatorium der Universität Warschau (OAUW) will herausgefunden haben, wie genau sie zu Stande kommen.

Im Rahmen eines in den Astrophysical Journal Letters veröffentlichten Papers beschreiben die Forscher:innen, "dass dieses Phänomen eine Manifestation eines substellaren oder stellaren Begleiters ist, der den roten Riesenstern umkreist". Die Untersuchung basiere auf einer Stichprobe von etwa 16.000 gut definierten LSP-Variablen, "die in der langjährigen photometrischen OGLE-Datenbank der Milchstraße und der Magellanschen Wolken entdeckt wurden". Kombiniert worden seien diese mit den Daten im mittleren Infrarot, die aus dem NEOWISE-R-Archiv stammen.

Aus dieser Sammlung habe das Team gut 700 Objekte ausgewählt, die über "stabile, gut abgetastete Infrarot-Lichtkurven mit großer Amplitude" verfügten, und in Folge dessen etwas bemerkenswertes fest: Rund die Hälfte aller observierten Roten Riesen wiesen sekundäre Verfinsterungen auf. Diese Lichtveränderungen seien auf das Vorhandensein einer Staubwolke zurückzuführen, "die den Roten Riesen zusammen mit dem Begleiter umkreist und den Stern einmal pro Umlaufzeit verdeckt".

Pulsierende Sterne & Schwarze Löcher

Erst jüngst haben Astronom:innen zudem den pulsierenden Roten Riesen Beteigeuze vermessen und sind dabei zu einer vergleichbaren Erkenntnis gekommen. Auch andere Himmelskörper weisen derartige Phänomene auf. Vergangenes Jahr haben Forscher:innen festgestellt, dass das Schwarze Loch SS 433, ein sogenannter Mikroquasar, eine gut 100 Lichtjahre entfernte Gaswolke zum Pulsieren bringt.

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