Vom Orbit eines Planeten über Sonnensysteme bis hin zu Galaxien – Gravitation scheint alles im Universum in Rotation zu versetzen.

Nun wollen Astronomen die größte dieser Rotationen entdeckt haben: Filamente, in denen sich die Galaxien konzentrieren, Hunderte von Millionen Lichtjahren lang. Zusammengehalten werden sie offenbar von Heller und Dunkler Materie.

Galaxien in Rotation

Für die Untersuchung dieser Filamente wurden Daten des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) Universe Observing Program und Computersimulationen herangezogen.

Die Astronomen analysierten mehr als 17.000 galaktische Stränge. Außerdem untersuchten sie die Geschwindigkeit der Galaxien.

360.000 Kilometer pro Stunde: Galaxien in Bewegung

Bewegungsabläufe deuteten darauf hin, dass sie sich mit einer elliptischen Bewegung und einer Geschwindigkeit von bis zu 360.000 Kilometern pro Stunde um die zentrale Achse der einzelnen riesigen Dunkle Materie-Filamente drehen.

Das entspricht einem Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Veröffentlicht haben die Forscher ihre Studie in der Zeitschrift Nature Astronomy.

Galaxien größte bekannte rotierenden Strukturen im Universum

Den Autoren der Studie zufolge wären die Filamente von Galaxien die größten bekannten rotierenden Strukturen im Universum.

Sie wären „so groß, dass im Vergleich dazu einzelne Galaxien wie Staubkörner erscheinen“, erklärt Noam Libeskind vom Deutschen Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam.

Vergleichbare Rotation bei Galaxien gab es bisher nicht

Eine Rotation in solchen Größenordnungen war zuvor noch nie bemerkt worden.

„Es muss einen noch unbekannten physikalischen Mechanismus geben, der diese Objekte zum Rotieren bringt“, so Libeskind weiter.

Theorie: Urknall erzeugte keine Rotationsbewegung

Nach den derzeitigen Theorien hätte der Urknall keine Rotationsbewegung im Universum erzeugt. „Wir waren überzeugt, dass auf der Ebene der kosmischen Filamente die Rotation der Himmelsstrukturen auf kosmischen Skalen zum Stillstand kommen könnte, aber wir müssen umdenken.“

Entdeckungen im All

Während sich die einen derzeit mit dieser unvorstellbar großen Struktur Dunkler Materie befassen, beobachten andere weit kleinere, aber nicht minder interessante Objekte.

So sind sich Forscher:innen etwa sicher, dass selbst Monde freischwebender Exoplaneten ursprüngliches Leben beherbergen könnten. Selbst auf dem Saturnmond Enceladus vermuten sie Außergewöhnliches.

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