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Über 100 Schwarze Löcher: Gewaltiger "Schwarm" entdeckt

Forscher:innen wollen mehr als 100 bislang unbekannte Schwarze Löcher in der Milchstraße entdeckt haben.
Forscher:innen wollen mehr als 100 bislang unbekannte Schwarze Löcher in der Milchstraße entdeckt haben.
Foto: Getty Images/ALFRED PASIEKA/SCIENCE PHOTO LIBRARY
Artikel von: Philipp Rall
In der Milchstraße haben Astronom:innen stellar-massige Schwarze Löcher im Übermaß entdeckt. Mehr als 100 sollen es an der Zahl sein.

Unter der Leitung der Universitat de Barcelona (ICCUB) hat ein internatuionales Team aus Forscher:innen eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht. In einer Entfernung von gut 80.000 Lichtjahren zur Erde entdeckten sie den "fluffigen" Kugelsternhaufen Palomar 5. Innerhalb seiner Grenzen erwarten sie eine große Anzahl Schwarzer Löcher.

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Ein Schwarzes Loch...

... ist ein Bereich der Raumzeit, der eine so starke Gravitationskraft aufweist, dass keine Teilchen oder gar elektromagnetische Strahlung wie Licht entweichen können. Die verallgemeinerte Relativitätstheorie sagt voraus, dass eine ausreichend dichte Masse die Raumzeit so verzerren kann, dass ein Schwarzes Loch entsteht. Die Grenze, ab der ein Entkommen aus der Region unmöglich ist, wird als Ereignishorizont bezeichnet.

In der Milchstraße: Polemar 5 ist etwas anders

Konkret stellte das Team von Astronom:innen und Astrophysiker:innen insbesondere zwei markante Merkmale an Palomar 5 fest. Zum einen handele es sich dabei um einen der "fluffigsten" Sternhaufen im Halo der Milchstraße.

Zum anderen verfüge er über einen spiegelnden stellaren Starburst hat, der mehr als 20 Körner am Himmel abdecke. Sie kommen zu dem Schluss, dass dies das Ergebnis einer Population von mehr als hundert Schwarzen Löchern im Zentrum des Haufens sein könnte.

Übrigens: Die Existenz eines Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße zweifeln Forscher:innen mittlerweile an.

Schwarze Löcher übernehmen Cluster

"Die Anzahl der schwarzen Löcher ist etwa dreimal so groß, wie man angesichts der Anzahl der Sterne im Haufen erwarten würde, was bedeutet, dass mehr als 20 % der Gesamtmasse des Haufens aus schwarzen Löchern besteht", vermutet Mark Gieles, Professor am Institut für Kosmoswissenschaften der ICCUB und Hauptautor der in Nature Astronomy veröffentlichten Studie.

"Jedes von ihnen hat eine Masse, die fünfmal so groß ist wie die der Sonne", so Gieles, "und sie sind in Supernova-Explosionen am Ende des Lebens massereicher Sterne entstanden, als der Haufen noch sehr jung war." In etwa einer Milliarde Jahre soll sich Palomar 5 gänzlich aus Schwarzen Löchern zusammensetzen.

Quelle: Universität Barcelona, Nature Astronomy

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