Bekanntheitsgrad hat die Mars-Forschung vor allem durch die Bemühungen der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA erlangt. Diese untersucht direkt vor Ort und oft sehr erfolgreich. Aber auch abseits des roten Planeten können Funde einen wertvollen Beitrag leisten. Das zumindest zeigt eine Entdeckung, die bei der Untersuchung eines Meteoriten gemacht werden konnte.

Meteoritenfund hilft Mars-Forschung

Was die Forschenden gefunden haben, könnte eine Vermutung bestätigen, die schon der Insight Lander der NASA vor Jahren aufgeworfen hatte. Dessen seismische Untersuchungen des Mars führten nämlich zu der Annahme, der rote Planet besitze eine höhere Dichte als die Erde. Jüngste Analysen des sogenannten Suizhou-Meteoriten deuten auf ein Mineral hin, das genau dies bestätigen könnte. Das Besondere: Auf der Erde ist dessen Zusammensetzung bisher nie beobachtet worden.

Während der Analyse der Steinfragmente entdeckte ein internationales Forscherteam ein neues Eisen-Magnesium-Silikat. „Elgoresyte“ könnte ein Mineral sein, das die seismischen Eigenschaften des Mars erklärt. Beschrieben haben es die Wissenschaftler:innen schon im Juli 2021 im Fachmagazin ACS Earth and Space Chemistry.

Elgoresyte könnte Dichte-Anomalie auf dem Mars erklären

Auch die Erde setzt sich zu großen Teilen aus Mineralien zusammen, deren Komposition eisen- und magnesiumhaltig ist. Diese sogenannten Silikat-Perowskite, genauer Magnesium-Eisen-Calcium-Silikate mit Perowskit-Struktur, machen als Tiefengestein rund 80 Prozent des unteren Erdmantels aus. In der Form von Bridgmanit, also eher magnesiumhaltig als eisenhaltig, gelten sie sogar als das am häufigsten vorkommende Mineral der Erde, das mehr als ein Drittel des Planeten ausmachen soll.

Im Vergleich zum möglichen Mars-Mineral hat Bridgmanit allerdings eine andere Ratio an Eisen und Magnesium. Elgoresyte zeigt nämlich einen ungewöhnlich hohen Anteil, wie Forbes berichtet. Nahezu zweimal so viel wie jedes andere auf der Erde bekannte Mineral. Dies würde die auf dem Mars beobachtete Dichte-Anomalie des Mars-Mantels erklären. Zudem könne es das am weitesten verbreitete Mineral auf dem roten Planeten sein und wie Bridgmanit den größten Teil der Mantels darstellen.

Mars: So ist der rote Planet aufgebaut

Der Aufbau des Mars ist der unserer Erde sehr ähnlich. Er besitzt eine Kruste, einen Gesteinsmantel und den Kern. Allein die sogenannte Kruste soll dabei aus drei Schichten bestehen, die jeweils zwanzig bis 37 Kilometer dick sind. Das ermittelte der InSight Lander der NASA erst im Jahr 2020. Der Kern wiederum setzt sich überwiegend aus Eisen zusammen, erst kürzlich brachten Untersuchungen aber neue und zum Teil überraschende Erkenntnisse zum inneren Aufbau des roten Planeten. Dazu gehört, dass der Kern des Planeten mit etwa 1,830 Kilometern im Durchmesser größer sein könnte als erwartet.

Weitere Mars-Phänomene

Dass der Mars voller ungewöhnlicher Phänomene steckt, zeigt vor allem die NASA immer wieder. Erst kürzlich entdeckte der Mars-Rover einen „wunderlichen“ Stein. Und auch im Inneren fanden Forschende etwas. Die NASA hat jetzt nämlich „neue Hinweise“ auf den Kern des Mars.

Quellen: ACS Earth and Space Chemistry, Forbes

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