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Klimakrise: Mehr als 200 Gesundheitszeitschriften rügen "anhaltendes Versagen der führenden Politiker"

Vor den Folgen des Klimawandels warnen Expertinnen und Experten schon seit Jahrzehnten.
Vor den Folgen des Klimawandels warnen Expertinnen und Experten schon seit Jahrzehnten.
Foto: Getty Images/Satyam Bhorwal/EyeEm/ak_phuong/Per-Anders Pettersson/Westend61 [M]
Artikel von: Philipp Rall
Die Klimakrise und ihre Folgen mutieren zunehmend zum Damoklesschwert. Dennoch wird nach wie vor kaum etwas getan, um ihnen entgegenzuwirken.

Am Samstag, den 4. September, veröffentlichte der YouTuber Rezo seine "Zerstörung Teil 2: Klima-Katastrophe". Darin sammelte er nicht nur Zahlen und Fakten, die für die herrschende Klimakrise sprechen. Er adressierte auch das gesammelte Versagen der deutschen Bundesregierung sowie einzelner Landesregierungen. Bezug nahm er dabei mitunter den Weltklimarat IPCC. Dieser warnt unter Berufung auf unzählbare unabhängige und mehrfach geprüfte Studien seit Jahren vor den Folgen des Klimawandels.

Klimawandel: Die Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft
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Folgen des Klimawandels: Gesundheitsmagazine warnen

Da sich trotz aller bisheriger Warnungen in Deutschland, aber auch weltweit, kaum etwas getan hat, ergreifen nun auch gesundheitliche Fachzeitschriften das Wort. Mehr als 200 Journale aus aller Welt haben sich zusammengeschlossen, um die Regierungen vor "katastrophalen Schäden" zu warnen, die infolge der Klimakrise auftreten würden.

"Als Gesundheitsfachleute müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um den Übergang zu einer nachhaltigen, gerechteren, widerstandsfähigeren und gesünderen Welt zu unterstützen", heißt es im veröffentlichten Leitartikel. "Wir, die Herausgeber von Gesundheitszeitschriften, rufen Regierungen und andere führende Persönlichkeiten zum Handeln auf und bezeichnen das Jahr 2021 als das Jahr, in dem die Welt endlich ihren Kurs ändert."

Koordiniert wurde der Zusammenschluss durch die UK Health Alliance on Climate Change, einer Koalition führender britischer Gesundheitsorganisationen. Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Leitartikels ist nicht zufällig gewählt. Denn kommende Woche findet die UN-Generalversammlung statt. Dabei handelt es sich um eine der letzten internationalen Tagungen vor der im November 2021 terminierten COP26-Klimakonferenz in Glasgow.

Klimakrise gefährdet "Gesundheit und Zukunft"

"Umwelt und Gesundheit sind untrennbar miteinander verbunden", ergänzt Eric Rubin, Chefredakteur des New England Journal of Medicine. "Der Klimawandel gefährdet uns in vielerlei Hinsicht, unter anderem durch seine kritischen Auswirkungen auf die Gesundheit und die Gesundheitsversorgung. Als Mediziner und Ärzte haben wir nicht nur die Pflicht, neue Gesundheitsbedürfnisse zu antizipieren, sondern auch aktiv an der Begrenzung der Ursachen der Klimakrise mitzuwirken."

Auch Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, schließt sich dem Kollektiv an. Die Risiken, die der Klimawandel mit sich bringe, könnten die Risiken jeder einzelnen Krankheit in den Schatten stellen, erklärt er. Der Bericht des IPCC zeige, "dass jeder Bruchteil eines Grades Erwärmung unsere Gesundheit und Zukunft gefährdet. Ebenso bringt uns jede Maßnahme zur Begrenzung der Emissionen und der Erwärmung einer gesünderen und sichereren Zukunft näher".

Leitartikel kritisiert "anhaltendes Versagen der führenden Politiker"

Der Leitartikel erschien in Gesundheitszeitschriften weltweit. "Wir sind uns einig in der Erkenntnis, dass nur grundlegende und gerechte gesellschaftliche Veränderungen die derzeitige Entwicklung umkehren können", schreiben die Autor:innen. Das "anhaltende Versagen der führenden Politiker" stelle die größte Bedrohung für die globale öffentliche Gesundheit dar.

Hier findest du übrigens Rezos Video zur Klimakrise, den Folgen des Klimawandels und den "Maßnahmen" der deutschen Politik:

YouTube: "Zerstörung Teil 2: Klima-Katastrophe"

Du weißt noch nicht, wen du bei der Bundestagswahl 2021 wählen sollst? Der Wahl-O-Mat und seine Alternativen könnten dir helfen.

Quelle: BMJ

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