Jedes Mal, wenn du dich sauber machst, landet der abgespülte Dreck am Ende an einem Ort, und zwar im Handtuch. Je länger du dasselbe Textil verwendest, desto mehr unangenehme Bestandteile sammeln sich dort. In der Nähe der Toilette kommen beim Spülen mit offenem Deckel im schlimmsten Fall sogar noch Bakterien dazu. Bevor du also das nächste Mal dein Gesicht damit abwischst, frage dich, wie oft du deine Handtücher wirklich waschen solltest.

Wie oft Handtücher waschen? Eine Antwort aus der Mikrobiologie

Jedes Mal, wenn du Gesicht, Hände, Körper oder Haare von Schmutz befreist, benutzt du ein Handtuch, in dem dieser zurück bleibt. Die Textilien befinden sich zudem oftmals nicht weit entfernt von deiner Toilette, die durch Spülen durchaus Keime bis zu sechs Meter weit schleudern kann, sollte der Toilettendeckel offen sein. Es lässt sich erahnen, wie oft du deine Handtücher also wirklich waschen solltest.

Tatsächlich ist die Antwort darauf noch etwas drastischer als viele vielleicht denken. Zumindest wenn es nach dem Mikrobiologen Professor Dr. Charles Gerba geht. Seiner Meinung nach nämlich solltest du deine Handtücher nach jeder Benutzung waschen (in manchen Fällen), ganz generell aber spätestens nach drei Tagen.

„Aus unseren Tests geht hervor, dass Gesichts- und Badehandtücher mindestens alle drei Tage gewechselt werden sollten.“

Dr. Charles Gerba, Professor für Mikrobiologie, Immunologie und Öffentliche Gesundheit an der Universität von Arizona (via Mindbodygreen)

Gerba hatte vor einigen Jahren gleich mehrere Studien zur Handtuchnutzung durchgeführt. Er und sein Team fanden dabei auf 80 Prozent der Handtücher, die seit drei Tagen und länger nicht gereinigt wurden, Fäkalbakterien. Diese gelangten durch Händewaschen in die Textilien und könnten sich dort aufgrund der feuchten Bedingungen bestens vermehren.

Experten-Tipp: Auf eine Detail achten beim Waschen von Handtüchern

Abgesehen davon wie oft Handtücher zu waschen sind, kommt es Gerba zufolge aber auch darauf an, auf welche Art das geschieht. So zeigten seine Untersuchungen weiter, dass viele der besagten Bakterien zu kaltes Waschen überlebt haben. Er führt das unter anderem auf die Dicke der Textilien zurück, die ein Entfernen erschweren würde.

Handtücher heiß zu waschen, sei daher die bessere Alternative. Dies entspricht auch der gängigen Regel, auf Wassertemperaturen von mindestens 40 Grad, für hygienische Sauberkeit aber 60 bis 95 Grad zu bauen.

Wer einen Trockner verwendet, sollte diesen laut Gerba zudem auf eine höhere Einstellung setzen. Trocknen die Handtücher dagegen an der Luft, sei es ratsam, sie erst wegzupacken, wenn sie keinerlei Restfeuchte mehr enthalten. Auch vor der nächsten Nutzung ist vollkommene Trockenheit empfehlenswert.

Handtücher richtig waschen (Anleitung)

Abgesehen von der richtigen Temperatur, um Keime effektiv abzutöten, kommt es auch auf die Vorgehensweise bei der Reinigung an. Willst du Handtücher also richtig waschen, gehe folgendermaßen vor:

  1. Handtücher nach Farbe und Material sortieren
  2. Waschmaschinentrommel optimal befüllen
  3. Passendes Waschprogramm und Waschmittel je nach Handtuch wählen
  4. Handtücher schleudern bei 1400 bis 1600 Umdrehungen
  5. Für besonders weiche Handtücher den Trockner nutzen

Extra-Tipp: Sind die Handtücher neu, wasche sie vor der ersten Benutzung. Aufgrund einer Imprägnierung durch den Hersteller sind sie zu Beginn weniger aufnahmefähig für Feuchtigkeit.

Mehr zur richtigen Hygiene: Das rät die Wissenschaft

Neben der Frage, wie oft Handtücher zu waschen tatsächlich empfehlenswert ist, wurden wissenschaftlich auch schon andere und ähnliche Sachverhalte beleuchtet. So geben Studien einen Ratschlag, wie oft du Bettwäsche waschen solltest. Aber auch zur persönlichen Hygiene gibt es interessante Erkenntnisse. Darunter eine Methode, um Haare zu waschen, sowie eine ungewöhnliche Empfehlung, wie oft man duschen sollte.

Quellen: University of Arizona, Mindbodygreen

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