Eigentlich wollten Forschende Radiowellen im Universum untersuchen. Dabei stieß einer der beteiligten Studierenden auf etwas, das so noch nie beobachtet wurde. Vor allem dessen Verhalten stellt die Astronom:innen bis heute vor ein Rätsel. Eine vergleichbare Entdeckung liegt zumindest noch nicht vor.

Rätsel im Universum: Mit einem solchen Objekt rechnete niemand

Wie das Internationale Zentrum für Radioastronomieforschung (ICRAR), ein internationales „Kompetenzzentrum“ für astronomische Wissenschaft und Technologie in Perth, Westaustralien, Ende Januar auf Twitter postete, waren die beteiligten Forschende überrascht von ihrer eigenen Entdeckung:

„#breaking Ein Team, das Radiowellen kartografiert, hat etwas Ungewöhnliches entdeckt, das dreimal pro Stunde einen großen Energieausbruch verzeichnet, & es ist anders als alles, was Astronomen zuvor gesehen haben.“

@ICRAR via Twitter

Laut ersten Ideen zur Herkunft der Energieschübe, könnte ein Neutronenstern oder ein weißer Zwerg dahinter stecken. So drehe sich das seltsame Objekt im Universum um sich selbst und sende dabei Strahlung aus, die dann für eine Minute alle zwanzig Minuten die hellste Radioquelle am Himmel darstelle.

„Gruselig für einen Astronomen“

Wie faszinierend und unerklärlich zugleich das Verhalten selbst auf erfahrene Astronom:innen wirkt, zeigen die Aussagen der leitenden Astrophysikerin Dr. Natasha Hurley-Walker (Curtin University, International Centre for Radio Astronomy Research).

„Das Objekt erschien und verschwand über ein paar Stunden während unserer Beobachtungen. Das war vollkommen unerwartet. Es war etwas gruselig für einen Astronomen, weil es nichts Bekanntes am Himmel gibt, das sich so verhält.“

Dr. Natasha Hurley-Walker, Astrophysikerin

Dazu käme, dass sich das Objekt gemessen an der Größe des Universum recht dicht bei uns befinde. Etwa 4.000 Lichtjahre entfernt, und damit „in unserem galaktische Hinterhof“, wie Hurley-Walker es ausdrückt.

Tatsächlich ausfindig gemacht hatte das Objekt Tyrone O’Doherty, Student an der Curtin University mit besonderen Leistungen. Er nutze das Murchison Widefield Array (MWA)-Teleskop im australischen Outback und eine neue Technik, die er selbst entwickelt hatte.

Objekt im Universum gehört zu den „Transienten“

Ein Objekt dieser Art ist der Astronomie immerhin insofern bekannt, als dass es sich zu den sogenannten „Transienten“ zählen lässt. Diese gehen an und aus und bedeuten für gewöhnlich das Sterben eines massiven Sterns oder die Aktivitäten der Überbleibsel daraus.

Neu ist allerdings, dass etwas für eine Minute angeht, so Dr. Gemma Anderson, ICRAR-Curtin-Astrophysikerin und Co-Autorin. Hurley-Walker beobachtet das Objekt inzwischen weiter mit dem MWA und plant, nach anderen ungewöhnlichen Exemplaren dieser Art in den Archiven des Teleskops zu suchen.

Quellen: Twitter/@ICRAR, icrar.org

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