Ist das Leben auf dem Mars möglich? Diese Frage wird bereits seit Langem von Wissenschaftler:innen angegangen. Und das trotz extremer Wetterlagen, ungeeigneter Atmosphären und vielem mehr. Allerdings gibt es auch Planeten, die unserer Erde etwas ähnlicher sind. Dazu gehört zum Beispiel der sogenannte „Rote Planet“ Mars. Doch sind wirklich alle seine Eigenschaften mit der Erde vergleichbar? Wir verraten dir, wie es mit einer konkreten Eigenschaft, der Mars-Temperatur, aussieht.

Die Mars-Temperatur – Wie ähnlich ist sie der Erde?

Der Mars ist ein interessanter Planet. Er ist zwar nach dem Merkur der zweitkleinste Planet des gesamten Sonnensystems, jedoch gibt es auf keinem Planeten größere Vulkane. Ebenso interessant ist auch, dass der Mars zu den terrestrischen, beziehungsweise erdähnlichen, Planeten gehört. Das liegt daran, dass er eine feste Oberfläche und eine eigene Schwerkraft, die ihn zu einer Kugel formt, aufweist sowie zum Großteil aus Gestein besteht.

Außerdem herrschen auf den Mars dieselben Jahreszeiten, wie bei uns auf der Erde. Allerdings sind diese nur schwer mit den Irdischen zu vergleichen, da sie in einer viel extremer und ausgeprägter sind. Daher unterscheiden sich die extremen Mars-Temperaturen ebenfalls in großem Maße von der Erde.

Klima auf dem Mars – Eisige Temperaturen herrschen vor

Generell ist die Mars-Temperatur von einer gewissen Dynamik ausgezeichnet. Es gibt also relativ viel Bewegung aufgrund des Klimas und der Jahreszeiten. Diese äußern sich in extremen Temperaturen und gewaltigen klimatischen Phänomenen, was auf die sehr große Umlaufbahn des Planeten zurückzuführen ist. In Äquatornähe betragen die Temperaturen daher etwas 20 Grad Celsius und sinken bis auf -85 Grad Celsius in der Nacht. Die mittlere Temperatur des Planeten liegt ca. bei -63 Grad Celsius.

In diesen eisigen Temperaturen kommen auch die bereits erwähnten Temperatur-Phänomene zum Vorschein:

Vereiste Polkappen gibt es auf dem Mars zuhauf. Allerdings nicht so, wie du sie dir vorstellst. Im Sommer kann es nämlich vorkommen, dass die Polkappen ihren Zustand verändern. Genauer gesagt, gehen diese vom festen in den gasförmigen Zustand über, ohne sich vorher zu verflüssigen.

So sehen die Polkappen im festen Zustand aus:

Polkappe auf dem Mars, Credits; imago images / United Archives International

Nachdem sie den Aggregatzustand gewechselt haben, bleibt kondensierter Wasserdampf übrig. Dieser bildet dann eine Zirruswolke, eine reine Eiswolke in 80 Kilometern Höhe, am Himmel ab. Erstaunlich ist, dass ihre horizontale Ausdehnung bis zu 100 Kilometer betragen kann.

Und eben deswegen hat sie eine große Auswirkung auf die eisigen Mars-Temperaturen. Dass sich der Planet nur minimal vom Sonnenlicht aufwärmen lässt, ist nämlich nicht nur der äußerst dünnen Atmosphäre geschuldet, sondern auch der Zirruswolke. Diese besteht nämlich auch aus Kohlenstoffdioxid, das ganze 40 Prozent des einfallenden Sonnenlichts absorbiert. Außerdem bildet sie Eiskristalle, die auf die Oberfläche fallen und die Temperatur ebenfalls verringern.

Somit schafft diese Riesen-Wolke es die Temperatur der Mars-Oberfläche um bis zu zehn Prozent zu verringern.

Zirruswolke (Eiswolke), Credits; imago images / blickwinkel

Die Jahreszeiten auf dem Mars

Die eisige Mars-Kälte hat es schon in sich. Allerdings ist das nicht die einzige Besonderheit, die die Mars-Temperatur ausweist. Die vorherrschende Dynamik wird nämlich auch zu einem beträchtlichen Teil von den ungleichmäßig ausgeprägten und langen Jahreszeiten bestimmt.

Durch die Umlaufbahn des Planeten, sind die Jahreszeiten in der südlichen Hemisphäre deutlich ausgeprägter als in der Nördlichen. Im Sommer können die Temperaturen im Süden sogar bis zu 30 Grad Celsius höher sein als die Sommer-Temperaturen des Nordens.

Außerdem dauern Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterschiedlich lang an:

  • Frühling: 199,6 irdische Tage
  • Sommer: 181,7 irdische Tage
  • Herbst: 145,6 irdische Tage
  • Winter: 160 irdische Tage

Auf dem Mars gibt es zwar dieselben Jahreszeiten, wie bei uns auf der Erde, dennoch haben sie wenig gemeinsam. Ebenso ist es mit Winden, Stürmen und Gewittern. Die gibt es bei uns auch. Allerdings nicht in dem Ausmaß, wie auf dem Mars.

Winde, Stürme und Gewitter auf dem Roten Planeten

Staubsturm auf dem Mars (links normal, rechts beim Sturm), Credits; imago images / UPI Photo

Der Mars wird nicht ohne Grund „Roter Planet“ genannt. Der Name geht auf seine rote Färbung, die dem Eisenoxid-Staub geschuldet ist. Von Weitem ist das natürlich schön anzusehen. Allerdings kann aus dem Staub schnell eine Art Staubsturm werden. Das liegt an den extremen Winden, die durch die extrem schwankende Mars-Temperatur entstehen.

Die heftigen Staubstürme treten im Marsfrühjahr auf und umhüllen große Teile der Mars-Oberfläche. Ebenfalls üblich zu dieser Jahreszeit sind die tornadoähnlichen Windhosen, die auf dem Marsboden dunkle Spuren hinterlassen. Die Windgeschwindigkeiten der beiden Wetter-Phänomene betragen in der oberen Atmosphäre bis zu 650 km/h und auf dem Boden ungefähr 400 km/h.

Erkennen kann man diese Staubstürme ganz einfach, da das Staubgewirr lange in der Atmosphäre bleibt. Das liegt daran, dass es auf dem Mars keine Niederschläge gibt, die die Luft reinigen, und zudem die Gravitation gering ist. Was man mit einem einfachen Teleskop allerdings nicht erkennen kann, sind die Gewitter, die typischerweise während der Staubstürme auftreten.

Die Mars-Temperatur – Voller Schwankungen und Extremen

Obwohl die Struktur des Mars viele Gemeinsamkeiten mit der Erde aufweist, ist der Planet hinsichtlich seiner Temperatur von Schwankungen und Extremen gekennzeichnet. Die Mars-Temperatur ist also in keinem Fall mit der Irdischen vergleichbar. Und, ob der Planet irgendwann einmal für uns Menschen bewohnbar sein wird, wird sich in Zukunft zeigen.

Eines steht auf jeden Fall fest. Die Temperatur ist nicht das einzig Besondere am Mars. Trotz NASAs vielen Mars-Missionen, ist vieles bis heute sogar noch unentdeckt geblieben. Vor Kurzem erst wurden auf dem Planeten zum Beispiel ungewöhnliche Spuren, die die Forscher:innen überraschten, entdeckt.

Quelle; NASA, eigene Recherche

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