Im Laufe von Jahrmillionen sind unzählige Gesteinsbrocken aus dem All auf die Erde getroffen. Einige Einschlagkrater können wir noch heute erkennen, andere sind verborgen – zum Beispiel unter dem Eis der Antarktis. Jeder dieser Meteoriten könnte uns Informationen über die Entstehung und Entwicklung unseres Sonnensystems liefern. Aus ebendiesem Grund suchen Forscherinnen und Forscher unentwegt, um möglichst viele dieser Puzzleteile aufzuspüren.

Meteoriten in der Antarktis

Neue Berechnungen legen nun nahe, dass allein unter der Antarktis noch mehr als 300.000 Meteoriten begraben liegen. Eine im Fachjournal Science Advances veröffentlichte Forschungsarbeit zeigt mehrere Gebiete auf, in denen sich die Objekte aus dem All geradezu tummeln sollen. Einige dieser Gebiete liegen zudem in der Nähe bereits bestehender Forschungsstationen.

„Antarktisexpeditionen, die nach Meteoriten suchen, werden besonders effektiv sein, wenn sie in Gebieten mit blauem Eis nach Weltraumobjekten suchen, wo gefrorenes Wasser auf der Oberfläche als Eis und nicht als Schnee existiert. Viele dieser Orte befinden sich in der Nähe von antarktischen Forschungseinrichtungen.“

V. Tollenaar et al.

Satellitendaten erschließen 600 Fundorte

Mittels künstlicher Intelligenz wertete das Team rund um die Studienleiterin Veronica Tollenaar Satellitendaten aus. Sie enthielten mitunter Informationen über die Temperatur sowie in Teilen die Geschwindigkeit des Eises und Indikatoren für die Reflexion von Radarsignalen von der Eisoberfläche. Konkret wies der Algorithmus die Forschenden auf rund 600 Gebiete in der Antarktis hin, innerhalb derer die Wahrscheinlichkeit, neue Meteoriten zu entdecken, am höchsten sein soll.

Tollenaar, eine Glaziologin an der Université libre de Bruxelles, ist SciTechDaily zufolge besonders fasziniert von einem Gebiet in den Ellsworth Mountains der Antarktis. „Dieses Gebiet ist ziemlich weit von Gebieten entfernt, in denen bisher Meteoriten gefunden wurden“, so die Wissenschaftlerin. „Das zeigt, dass der Algorithmus eine kontinentweite Analyse ermöglicht, um potenzielle Gebiete zu identifizieren.“

Quelle: „Unexplored Antarctic meteorite collection sites revealed through machine learning“ (2022, Science Advances) SciTechDaily

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