Der Erdorbit füllt sich. Neben Weltraumschrott werden dort auch immer mehr Satelliten positioniert, wie zum Beispiel im Rahmen des von Elon Musk ausgebauten Starlink-Netzwerkes. Ebendieses Projekt hat nun die Aufmerksamkeit der NASA auf sich gezogen, weil weitere 30.000 Objekte und in einer problematischen Höhe angestrebt werden.

Dass die NASA Elon Musks Plan, weitere Zehntausende Starlink-Satelliten ins All zu befördern, als gefährlich einstuft, hat einen respektablen Grund. Die Objekte, die im Orbit neben dem bereits vorhandenen Weltraumschrott zu einer noch größeren Verdichtung führen, würden es schwerer machen „potenziell katastrophale“ Asteroideneinschläge zu ermitteln.

So warnte die NASA im Detail davor, dass durch die erhöhte Zahl an Satelliten im Orbit in jeder Asteroidenüberwachungsaufnahme auch ein Streifen aus Satelliten zu sehen sein wird. Das würde „Teile von Bildern unbrauchbar“ machen.

Ihre Bedenken gegenüber der von Musks Unternehmen SpaceX angedachten zweiten Generation an Satelliten formulierte die NASA am 8. Februar in einem Brief an die Federal Communications Commission. Diese regelt als unabhängige Behörde die Kommunikationswege Rundfunk, Satellit und Kabel.

Nicht die ersten Bedenken der NASA

Nicht nur Elon Musk und Starlink sind der NASA dabei ein Dorn im Auge. Schon mehrfach verlieh die Weltraumbehörde ihrer Sorge gegenüber der wachsenden Zahl an Satelliten im niedrigen Orbit bis zu 2.000 Kilometer über der Erde Ausdruck. Wie Financial Times berichtet, argumentierte man im Oktober 2020 gegen Pläne des Unternehmens AST & Science. Dieses wollte 243 Satelliten für verbesserten Mobilfunks ins All bringen.

Ungewöhnlich ist das aktuelle Schreiben gegen Musks Vorhaben allerdings dennoch. So soll es Beschwerden von SpaceX-Konkurrenten stützen, darunter Viasat, OneWeb und Amazons Project Kuiper. Diese würde Risiken beim Start oder der Ausführung anderer Weltraumdienste befürchten, bedingt durch die schnelle Ausbreitung des Starlink-Netzwerkes.

Auch fehle es bei dem von SpaceX als null eingestuften Kollisionsrisiko mit großen Objekten an „statistischen Nachweisen“. Zudem würden die weiteren von Elon Musk geplanten Satelliten in einer Höhe stationiert, die normalerweise als Zwischenstopp für Raumfahrzeuge auf dem Weg zur Internationalen Raumstation (ISS) diene. Dies könne in „dem potentiellen Verlust von Start-/ Eintrittsgelegenheiten resultieren“, zitiert die Financial Times. Ein Statement von NASA und SpaceX steht zum bisherigen Zeitpunkt noch aus.

Quellen: Financial Times, de.scribd.com

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