Mittelgroße Sterne wie unsere Sonne haben ein bedrückendes Schicksal vor sich: Ist ihr Brennstoff aufgebraucht, dehnen sie sich immer weiter aus, bis sich die äußeren Schichten lösen und im All verfliegen. Nachdem sich der Rauch verzogen hat, bleiben oft Weiße Zwerge zurück. Sie gelten als Leichname der Sterne und haben es dennoch in sich.

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Weiße Zwerge: Überreste und letzter Schimmer

Wenn ein Stern wie unsere Sonne zerfällt, dann geschieht das nicht in einer Supernova. Realistischer ist, dass sich die Sonne aufgrund mangelndem Heliums als Brennstoff immer weiter ausdehnt. Dabei wird sie vermutlich die vier inneren Gesteinsplaneten schlucken. Doch ganz zum Schluss, wenn sie nichts mehr verbrennen kann, wird sie einfach verpuffen.

Dabei wird die Sonne ihr Oberfläche Schicht und Schicht ins All abstoßen. Staub und Gase werden als eine riesige Wolke übrig bleiben, wo einst unser Heimatstern schien. Nach und nach wird sich diese Wolke auflockern und ein kleines Licht erkennbar sein. Der Kern der Sterns wird als Weißer Zwerg weiterleuchten.

Die gleißenden Kugeln sind dabei keine Seltenheit im Universum. Astrophysiker*innen gehen davon aus, dass etwa 97 Prozent aller Sterne in unserer Milchstraße als weiße Zwerge enden könnten. Sterne, die größer sind als unsere Sonne, explodieren aufgrund ihrer Masse in einer Supernova. Aus ihnen entstehen am Ende Schwarze Löcher oder Neutronensterne.

Extrem heiß

Dabei würde man einen Weißen Zwerg von der Entfernung der Erde aus mit bloßem Auge nicht erkennen. Die Sonne ist auf eine weiße Murmel zusammengeschrumpft, die etwa so groß ist wie unser Heimatplanet.

Und doch ist dieses stellare Skelett extrem dicht. Genauer genommen besitzt ein solcher Himmelskörper noch die halbe Masse der einstigen Sonne. Wie Space.com schreibt, könne ein solcher Winzling etwa 100.000 Grad Celsius heiß sein. Damit sind Weiße Zwerge die heißesten Objekte im Universum.

Extrem schwer

Somit sind diese kleinen Himmelskörper keineswegs erloschene und kalte Objekte, die wie ein ausgebranntes Streichholz durch die unendlichen Weiten schweben. Sie sind extrem heiß und extrem dicht und somit schwer.

Wissenschaftler*innen der NASA gehen davon aus, dass die Gravitation der erloschenen Sterne 350-tausend mal höher ist, als die Anziehungskraft der Erde. Das würde bedeuten, dass ein Mensch, der auf der Erde 65 Kilogramm wiegt, auf einem Weißen Zwerg 22, 75 Millionen Kilogramm schwer wäre.

Diese extreme Dichte resultiert aus dem kollabierten Stern. Weil der Kern des vormals riesigen Sterns immer mehr zusammengedrückt wird, geht dem Stern eigentlich kein Material verloren. Es wird zusammengepresst, bis sogar Elektronen aneinandergeraten und eine neue Materie bilden.

Das Schicksal Weißer Zwerge

Doch obwohl der Stern längst ausgebrannt ist, war das noch lange nicht das ganze Ende. Denn auch Weiße Zwerge könne nach einigen Billionen von Jahren ausbrennen. Wenn sie komplett runtergekühlt sind, verwandeln sie sich in sogenannte Schwarze Zwerge.

Dabei handelt es sich um kalte Eisenkugeln, die faktisch unsichtbar durch das All schweben, weil sie selbst kein Licht mehr abstrahlen. Diese Körper sind immer noch so dicht, das es Organismen auf ihrer Oberfläche zerquetschen würde. Jedoch kann auch ein Doppelsystem Weißer Zwerge sich gegenseitig umkreisen und miteinander kollidieren. In einem solchen Fall zündet eine Typ 1a Supernova. Dieses Ereignis kann die beiden Weißen Zwerge auslöschen und einen Neutronenstern erschaffen.

Quellen: NASA.gov, Space.com

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