Kriminelle können bei Diebstahl jede Menge verschiedene Dinge erbeuten, seien es Gegenstände aller Art, Geld, Daten und andere Informationen. Weit verbreitet ist auch Autodiebstahl. Von daher sollte es eigentlich gesunder Menschenverstand sein, das eigene Gefährt am besten unter einer hellen Straßenlaterne zu parken, oder? Überraschenderweise kommt eine neue Studie zu einem etwas anderen Ergebnis.

Reduktion von Diebstahl in Dunkelheit

Den Zusammenhang zwischen Straßenbeleuchtung und kriminellen Vorkommnissen wie Diebstahl haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon oft erforscht, so auch 2015. Damaliger Anlass war, dass viele Orte in Großbritannien zwischen 00:00 und 05:00 Uhr nachts die Lichter ausschalten, um Strom zu sparen und den CO2-Ausstoß zu verringern. Damals wie auch in einer neuen Studie aus London konnte man keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Abschalten der Lichter und einem Anstieg von Kriminalität insgesamt beobachten.

In einem spezifischen Punkt scheint es aber doch ganz anders auszusehen: Demzufolge gingen Autodiebstähle um bis zu 50 Prozent zurück, nachdem Städte mit der Abschaltung des Lichtes nach Mitternacht begonnen hatten. Und nicht nur das: Die Forschenden konnten anhand der Daten der vergangenen zehn Jahre erkennen, dass gleichzeitig die Diebstahlrate in angrenzenden helleren Straßen anstieg.

Ursachen noch unbekannt

Über die genauen Gründe für diese überraschende Erkenntnis können aber selbst die Forschenden nur spekulieren. Eine Theorie ihrerseits sagt, dass in Dunkelheit Verbrecherinnen und Verbrecher womöglich auf aufmerksamkeitserregende Maßnahmen setzen müssten. Dazu gehört zum Beispiel der Einsatz einer Taschenlampe. Das Risiko aufzufallen würde vermutlich die Vorteile des Vergehens überschatten.

Überall das Licht abzuschalten sei aber keine allgemeingültige Lösung. Schließlich wäre auch die übrige Bevölkerung davon betroffen. Zudem beobachtete man den Rückgang von Diebstählen nur in dem einem von insgesamt 43 Einsatzarealen der britischen Polizei, das zur Untersuchung vorlag. Es ist von daher gut möglich, dass sich das Ergebnis nicht so einfach übertragen lässt, weshalb mehr Forschung notwendig sei.

Wie es um die Angst der Bevölkerung vor Verbrechen in der echten Welt bestellt ist, lässt sich nicht so leicht sagen. Tatsächlich kam sogar vor nicht allzu langer Zeit heraus, dass Verbraucher*innen Hacker mehr fürchten als Einbrecher.

Quelle: „Absence of Street Lighting May Prevent Vehicle Crime, but Spatial and Temporal Displacement Remains a Concern“ (Journal of Quantitative Criminology, 2022)

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