Im Kern handelt es sich bei einer Aphasie um eine Sprachstörung, mit der die betroffene Person nicht geboren worden ist. Sie kommt in der Regel durch eine Läsion der dominanten Gehirnhemisphäre dieser Person zustande. Dass sich der gefeierte Filmstar Bruce Willis aufgrund einer solchen Störung aus der Schauspielerei zurückzieht, lässt die Krankheit derzeit in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken.  

Aphasie einfach erklärt 

Ursache für eine Aphasie kann ein Schlaganfall sein, aber auch eine Kopfverletzung. Sie beeinträchtigt meist das Sprechvermögen sowie das Verständnis von Sprache, hat allerdings normalerweise keinerlei Auswirkungen auf die Intelligenz des oder der Betroffenen. Dem Bundesverband Aphasie zufolge leben derzeit circa 200.000 Menschen mit einer Aphasie in Deutschland. In den USA sind es nach Angaben der National Aphasia Association (NAA) rund zwei Millionen. 

Konkret unterteilt man die Aphasie in neun unterschiedliche Arten: Globale, Broca-, Wernicke- und Gemischt-transkortikale Aphasie sowie Amnestische, Leitungsaphasie, Transkortikale, Transkortikal-motorische und Transkortikal-sensorische Aphasie. In welcher Form die Störung auftritt, hängt davon ab, welcher Teil des Gehirns betroffen ist. Sie entscheidet in Teilen auch über die Ausprägung der Krankheit. 

Zwar werde eine Aphasie im Normalfall durch einmaliges Ereignis wie einen Schlaganfall ausgelöst, aber „es gibt auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel eine neurodegenerative Krankheit“, zitiert die Agence France-Presse Brenda Rapp (via ScienceAlert). Sie ist Kognitionswissenschaftlerin an der US-amerikanischen Johns Hopkins University. Die Familie des Schauspielers Bruce Willis gab nicht bekannt, was seine Diagnose bewirkte. 

Begleitsymptome und Folgen für die Psyche 

Nicht selten leiden Aphastikerinnen und Aphastiker neben ihrer Sprachstörung unter Begleitsymptomen, erklärt der Bundesverband Aphasie. „Die Planung von Bewegungen und Handlungen gelingt nicht mehr automatisiert; alltägliche Tätigkeiten bei der Körperpflege, beim Essen oder im Haushalt geraten durcheinander“, heißt es. Die Aufmerksamkeit sei eingeschränkt, sodass sich Betroffene lediglich auf eine Sache konzentrieren können. Müssen sie sich gleichzeitig auf verschiedene Dinge konzentrieren, führe dies leicht zur Überforderung. „Zudem beeinträchtigt die Gehirnschädigung die Motorik; Lähmungen und Störungen der vegetativen Funktionen sind nicht selten.“ 

Auch könne es zu psychischen Folgen kommen. Grund dafür sei der anteilige Verlust der eigenen Muttersprachen. Viele Patientinnen und Patienten würden depressiv und verzweifelt, „manchmal auch aggressiv“. Die Kommunikation mit aphasischen Patienten erfordere Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen. Eine Aphasie habe aber nichts mit geistiger oder psychischer Störung zu tun, so der Bundesverband. 

Quellen: Bundesverband Aphasie; National Aphasia Association; ScienceAlert 

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