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Leben kommt aus dem All – erstmalig stichhaltige Beweise (Studie)

Die Entstehung des Lebens gilt noch nicht als komplett rekonstruiert. Die Wissenschaft ist sich in diesem Punkt uneins und verschiedene Theorien konkurrieren gegeneinander. Eine Studie macht aber eine von ihnen ein Stück weit realistischer.

Unsere DNA ist bei allen Lebewesen auf der Erde aus den selben Bestandteilen aufgebaut. Dazu zählen unter anderem die vier Basen Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin. In gewisser Reihenfolge bilden sie die beiden Stränge unserer DNA-Doppelhelix. Durch die jüngste Entdeckung aller vier Basen in einem Meteoriten, rückt die Theorie, die Entstehung des Lebens habe im All seinen Anfang genommen, wieder stärker in den Fokus der Wissenschaft.

Entstehung des Lebens im Weltraum durch Studie um einiges realistischer

Es gibt verschiedene Theorien, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Eine davon lautet, dass der Grundbaustein durch frühere Meteoriteneinschläge aus unserem blauen Planeten gelegt worden könnte. Erstes Indiz dafür war bereits vor mehr als 50 Jahren die Entdeckung von zwei der vier DNA-Nukleinbasen in Meteoriten. Um zu untermauern, dass die Entstehung des Lebens außerhalb der Erde ihre Ursprünge findet, brauchte es jedoch noch die anderen beiden Basen, wie Vice erklärt.

Eine aktuelle Studie veröffentlicht im Fachblatt Nature Communications schlüsselt nun auf, dass Spuren der zwei fehlenden Basen – Cytosin und Thymin – in kohlenstoffhaltigen Meteoriten entdeckt wurden. Dies erscheint auch nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass organischer Kohlenstoff in allen Lebewesen neben Sauerstoff auf zweithäufigsten vertreten ist.

In den drei untersuchten Meteoriten konnte auch Uracil gefunden werden. Diese Base findet sich anstelle von Thymin in der RNA, also der kleinen Schwester unserer DNA. Für die Wissenschaft bedeutet das: „Die Studie zeigt, dass eine Vielfalt meteorischer Nukleobasen als Bausteine von DNA und RNA auf der frühen Erde dienen könnten.“

Andere Theorien zum Leben nicht widerlegt

Die beiden Stränge, die sich zu unserer DNA-Doppelhelix formen, werden ähnlich wie eine Leiter durch kleine Brücken zusammengehalten. In diesen Sprossen findet sich die Basen Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin. Dieses Quartett könnte man auch als „Quellcode“ zum Schreiben der DNA bezeichnen – es ist fundamental für die Entstehung des Lebens.

Doch in anderen Theorien stehen statt der Basen auch Aminosäuren an erster Stelle, etwa in der Ursuppen-Theorie, wie planet-wissen erklärt. Das heißt: Auch wenn die Studie von großer Bedeutung für Wissenschaftler*innen auf der ganzen Welt ist, gelten selbst durch eine Bestätigung der Meteoriten-Theorie andere Theorien zur Entstehung des Lebens nicht als widerlegt.

Ebenfalls ist man sich nach wie vor uneinig darüber, wann das Leben auf der Erde genau entstanden ist. Eine aktuelle Analyse datiert die Entstehung des Lebens auf ein viel früheres Datum als bisher gedacht.

Quellen: Vice, „Identifying the wide diversity of extraterrestrial purine and pyrimidine nucleobases in carbonaceous meteorites“ (Nature Communications, April 2022), planet-wissen, eigene Recherche

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