Die Population auf der Erde steigt und steigt. Das stellt die Menschheit insbesondere in Ernährungsfragen vor Herausforderungen. Die Forschung präsentiert immer wieder neue Lösungsansätze, um die drohende Hungerkrise zu umgehen. Neu ins Rennen kommt nun die Verwendung menschlichen Urins, der einen Teil dazu beitragen soll, unser Überleben zu sichern.

Unser Urin: Forschung unterstreicht sein Potenzial

Keine Sorge, es wird nicht passieren, dass du menschlichen Urin künftig in kleinen Flaschen im Supermarkt kaufen kannst und anstelle von Wasser trinken wirst. Allerdings ist die Verwendung von Urin in der Landwirtschaft ein Thema, das die Forschung bewegt.

Um schädliche Produkte wie Pestizide einzusparen, wird dein Urin plötzlich interessant. Dieser enthält nämlich Stickstoff, Phosphor und Kalium – drei chemische Elemente, die zum Kultivieren der Felder dringend benötigt werden.

Aktuell wird vor allem Phosphor künstlich hergestellt. Das ist jedoch aufwendig und trägt zum Klimawandel bei, berichtet die Agence France-Presse (via France 24). Zwar könne das in unserem Urin enthaltene Phosphor nicht eins zu eins chemische Düngemittel ersetzen, aber es wäre ein erster Ansatz: Die „Urin-Aufbereitung bietet ein langfristiges Modell für die menschliche Abfallentsorgung und landwirtschaftliche Produktion“.

Toiletten müssen vollkommen neu gedacht werden

Man würde demnach zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Nährstoffbelastung im Abwasser könnte eingedämmt werden, indem man den Urin für die Landwirtschaft nutzbar macht.

Um den aufbereiteten Urin auf die Felder zu bekommen, müsste jedoch das Konzept der Toilette neu gedacht werden. Doch dazu gibt es auch schon erste Pilotprojekte. Eines in Schweden existiert bereits seit den 1990er Jahren. Auch in der Schweiz, Deutschland, Südafrika, Frankreich und weiteren Staaten auf der ganzen Welt probiert man andere Abwassersysteme aus.

Dieser „sehr radikale“ Schritt der Urin-Separation von anderen Abwasserkomponenten bedarf jedoch noch einiger Zeit. Aktuell problematisch ist etwa, dass Toiletten mit Urin-Ableitung unansehnlich, geruchsintensiv oder auf andere Weise unpraktisch sind. Den Aspekt weiter zu erforschen, ergebe jedoch durchaus Sinn, wenn man auch im Blick behält, dass Prognosen zur Weltbevölkerung teilweise die 12 Milliarden Erdbewohner*innen prophezeit.

Quelle: France 24

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