Der Klimawandel beherrscht schon seit Jahren mit zunehmender Intensität den öffentlichen wie politischen Diskurs und in der Forschung ist man sich schon lange einig, dass dringend etwas getan werden muss. Lösungsansätze gibt es viele – aber wer hätte gedacht, dass sich Expertinnen und Experten auch noch Katzenstreu genauer anschauen würden? Natürlich steckt der Teufel im Detail.

Katzenstreu gegen Klimawandel: Ein Bestandteil von besonderem Interesse

In ihrer Studie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des renommierten MIT (Massachusetts Institute of Technology) ihren Fund im Kampf gegen den Klimawandel beschrieben. Bei ihren Nachforschungen sind sie dabei auf eine spezielle Art Ton gestoßen, die günstig in der Beschaffung und im Überfluss vorhanden ist – unter anderem in Katzenstreu.

Denn im Hausmittel für Katzenbesitzerinnen und -besitzer kommt das Mineral Zeolith zum Einsatz. Im herkömmlichen Streu saugt es unangenehme Gerüche auf und verhindert sie so an ihrer Ausbreitung. Und genau diese Funktionsweise kann in Zukunft helfen, Methangase zu binden.

Zeolith soll Methan absorbieren – und in CO2 verwandeln

In einem Experiment haben die Forschenden katzenstreuähnliches Zeolith-Material mit Kupfer zu einem neuen Gemisch vermengt, dieses in einer Röhre erhitzt und dabei Methan hindurchgeführt. Dabei kam heraus, dass diese Zusammensetzung selbst kleinste Mengen Methan absorbieren konnte. In einem weiteren Schritt wird das Methan final in Kohlenstoffdioxid umgewandelt.

Letzteres mag überraschen, wo doch alle Welt versucht, die CO2-Emissionen zu senken. Methan kann jedoch in den ersten 20 Jahren in der Luft 80-mal besser Hitze in der Atmosphäre einschließen als CO2. Über einen Zeitraum von 100 Jahren bleibt der Faktor um das 25-Fache erhöht, weil sich Methan später auch natürlicherweise zu Kohlenstoffdioxid verwandelt. Indem man also versucht, diesen Prozess rapide zu beschleunigen, könnte der besonders drastische, kurzfristige Effekt von Methan auf die Umwelt abgeschwächt werden.

Die Forschenden zeigen das an einer eindrücklichen Rechnung auf: Würde man heute die Hälfte des gesamten Methans in der Atmosphäre in CO2 umwandeln, würde der Anteil an Letzterem lediglich um nur 0,2 Prozent der heutigen Gesamtmenge in der Luft ansteigen. Gleichzeitig könnte man 16 Prozent der Wärmestrahlung einsparen.

Bis der neue Prozess breite Anwendung finden kann, bedarf es aber noch mehr Forschung und Experimente. In der Zwischenzeit werden anderswo große wie auch kleine Maßnahmen zum Umweltschutz erprobt: So soll zum Beispiel dein PC dank Windows-Update beim Klimawandel helfen. Die Folgen des Wandels könnten indes ganz schön gruselig werden – erwarten uns etwa „Ratten in Menschengröße“?

Quelle: „Atmospheric- and Low-Level Methane Abatement via an Earth-Abundant Catalyst“ (ACS Environmental, 2021)

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