Ingenieure der NASA sind verwirrt, denn Voyager 1 sendet derzeit keine normalen Daten. Die Raumsonde begann bereits am 5. September 1977 seine Reise von Cape Canaveral aus in die Weiten des Weltalls. Sie lieferte die ersten beeindruckenden Bilder vom Saturn oder Neptun. Im 45. Jahr ihrer Reise sendet der entfernteste Späher der Menschheit plötzlich widersprüchliche Daten zur Erde.

Voyager 1 sendet ungültige Daten

Seit 2012 befindet sich Voyager 1 als erstes von Menschenhand geschaffene Objekt im interstellaren Raum. Ihr Reiseziel ist sprichwörtlich die Unendlichkeit und diese setzt sie mit einer Geschwindigkeit von knapp 61.000 Kilometer pro Stunde bis heute fort. Dabei richtet das Attitude Articulation and Control System (AACS) die Hauptantenne der Sonde stets zur Erde aus. So können Wissenschaftler*innen auch weiterhin die Sonde begleiten und Signale empfangen.

Wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA am California Institute of Technology nun berichtet, gebe es Unstimmigkeiten zwischen den empfangenen Daten und den Sensoren von Voyager 1. Die derzeitigen, erhaltenden Informationen zeigen, dass das AACS zwar einwandfrei funktioniere, aber die Fernmesser- oder Telemetrie-Daten ungültig seien.

Ein erklärbares Mysterium

Die jetzigen Messungen seien laut NASA willkürlich und zufallsgeneriert. Sie spiegeln nicht wieder, in welchem Zustand sich die Ausrichtung der Hauptantenne befinde. Das Merkwürdige daran: Trotz der Daten sind die Sicherheitssysteme an Bord der Sonde nicht angesprungen. Laut Protokoll müsste bei einer solchen Fehlermeldung die Sonde in den „safe mode“ schalten. Lediglich systemerhaltende Befehle könnten dann noch ausgeführt werden.

Merkwürdig sei außerdem, dass der Datenfluss zu Voyager 1 nicht schlechter geworden wäre. Die Antenne müsse demnach weiterhin vom AACS präzise wie eh und je ausgerichtet sein. Eine Antwort auf das Rätsel lieferte bereits die Projekt-Managerin der Voyager 1- und Voyager 2-Mission Suzanne Dodd:

„Die Raumschiffe [Voyager 1 und Voyager 2] sind beide bald 45 Jahre alt, was weit darüber hinausgeht, was die Planer der Missionen erwartet haben. Außerdem befinden sie sich im interstellaren Raum – eine hoch radioaktive Umgebung, durch die noch kein Raumschiff zuvor geflogen ist. Es gibt also einige Herausforderungen für die Ingenieure.“

Suzanne Dodd via NASA.gov/JPL

Quellen: NASA.gov

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