Es dürfte hierzulande kaum ein Haushalt ohne ein TV-Gerät geben. Sich vor die heimische Flimmerkiste zu setzen, gehört vielerorts zur beliebten Freizeitbeschäftigung, doch das ist nicht ohne Risiken. Eine neue Studie zum Fernsehen gucken weist einmal mehr ganz klar darauf hin, dass zu viel Zeit auf der Couch fatale Folgen für die Gesundheit mitbringen kann.

Herzkrankheiten durch zu viel Fernsehen gucken

Bei einer neuen Untersuchung der Universität Hongkong ging es vor allem um einen möglichen Zusammenhang von typischen Aktivitäten von Couch-Potatos mit koronaren Herzerkrankungen. Dabei kam man zu dem Schluss, dass mehr als ein Zehntel aller Krankheitsfälle dadurch verhindert werden könnten, wenn Personen ihre Zeit vor dem Fernseher deutlich reduzieren würden.

Daten von insgesamt 373.026 Personen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren hat man sich für die Studie angeschaut. 9.185 von ihnen litten an der Erkrankung oder sind sogar an ihr verstorben. Nachdem die Forschenden dann genetische sowie andere Faktoren (darunter Gewicht, Geschlecht, Ernährung, Alter und Rauchen) berücksichtigt hatten, stellten sie fest, dass das Risiko der koronaren Herzerkrankung stieg, je höher der TV-Konsum war.

TV-Konsum verringern beugt Krankheiten vor

Verglichen mit Personen, die vier Stunden oder mehr täglich vor dem Fernseher saßen, war das Risiko bei jenen, die nur eine Stunde oder weniger TV-Inhalte konsumierten, um 16 Prozent verringert. Wer zwei bis drei Stunden vor dem Bildschirm verbrachte, senkte sein Risiko noch um sechs Prozent. Diese Erkenntnisse sollen für das gesamte untersuchte Altersspektrum gelten.

Unklar: Zeit vor dem Computer

Fragen bleiben aber nach wie vor offen: Die exakten biologischen Hintergründe hat man sich für die Studie nicht angeschaut, somit bleiben konkrete Ursachen noch ungeklärt. Weiterhin bleibt eine Schwachstelle der Untersuchung die Frage nach den Auswirkungen von allzu langen Tätigkeiten am Computer. Vermutet werden Faktoren wie etwa, dass sich Personen besser an ihre TV-Aktivitäten erinnern konnten, eher vor dem Fernseher gegessen haben und der TV-Konsum grundsätzlich länger und mit weniger Unterbrechungen vonstattengeht.

Professor Naveed Sattar von der Universität Glasgow war nicht an der Studie beteiligt und denkt, dass die Reduzierung des TV-Konsums zwar überschätzt werde, wie der Guardian berichtet. Trotzdem gebe es eine Fülle anderer Beweise, dass die Erhöhung von Aktivitäten, die man nicht im Sitzen ausführt, die Gesundheit insgesamt verbessert. Überraschenderweise soll Zähneputzen gut für Herz und Lunge sein. Um das Herz im übertragenen Sinne geht es wiederum beim Broken-Heart-Syndrom.

Quellen: „Genetic susceptibility, screen-based sedentary activities and incidence of coronary heart disease“ (BMC Medicine, 2022), Guardian

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