Vor fast 2000 Jahren überrollte ein Vulkan die antike Stadt Pompeji. Forschende untersuchen bereits seit Jahren die mehreren tausend Opfer im Sinne der Forschung. Nun ist es gelungen von zwei Leichen die DNA genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein Opfer hatte auch eine Krankheit, die uns noch bis in die Moderne verfolgt.

Nach Pompeji-Vulkan: Erste Genom-Sequenzierung gelungen

Unter der Genom-Sequenzierung oder auch DNA-Sequenzierung genannt versteht man die Untersuchung des gesamten Erbguts. Im Falle des Pompeji-Vulkans ist dies für die Forscherinnen und Forscher ein noch nie dagewesener Durchbruch, da die anderen Opfer zur Untersuchung meist zu verbrannt oder oder über die Zeit weiteren Umwelteinflüssen ausgesetzt waren, um genügend Erbgut für eine Untersuchung zu extrahieren.

Was passierte in Pompeji?
In der antiken Stadt des Römischen Reiches Pompeji kam es am 24. August 79 nach Christus zu einem Vulkanausbruch. Die Ortschaft wurde zu diesem Zeitpunkt von 6.400 and 20.000 bewohnt. Bei dem Ausbruch, der als bisher tödlichste Naturkatastrophe Europas gilt, kamen ungefähr 2000 Menschen ums Leben.

In der Studie, erschienen im Fachmagazin nature, loben die Autor*innen die Entdeckung als „die Kraft eines kombinierten Ansatzes“. Gleich zwei Vulkan-Leichen konnten genauer untersucht werden. Dabei stellten die Wissenschaftler*innen fest, dass die Opfer des 54. UNESCO Weltkulturebers in Italien ein „bemerkenswertes Maß an genetischer Homogenität“ zu anderen mediterranen Populationen aufweisen.

Für die Genom-Sequenzierung der Pompeji-Opfer verwendeten die Wissenschaftler*innen Erbgut aus Zähnen und Schädel und konnten damit ihre „genetische Geschichte“ rekonstruieren. Darüber hinaus könnten „die Daten […] auch einen Überblick über die genetische Vielfalt außerhalb Roms während des Römischen Reiches geben“.

Das sind die identifizierten Opfer

Das erste Opfer war männlich und zwischen 35 und 40 Jahren alt. Mit 1,64 Meter war er nicht sonderlich groß, was aber zur damaligen Zeit durchaus dem Durchschnitt entsprach. Das zweite Leiche aus Pompeji war eine Frau um die 50 und mit 1,53 Metern nochmal knapp zehn Zentimeter kleiner. Die DNA der Frau verfügte jedoch nur über wenige DNA-Marker, was eine weitere Untersuchung erschwerte, weswegen sich die Forscher*innen auf den Mann konzentrierten.

Bekannte Krankheit bei einem der Opfer entdeckt

Die tödlichste Katastrophe Europas war sicherlich das größte Problem des ungefähr 40 jährigen Mannes. Doch gleichzeitig litt dieser auch an der Lungenkrankheit Tuberkulose. Womöglich hat er sich deshalb in Pompeji aufgehalten. Es wird davon ausgegangen, dass der Ort früher eine Art Kurort für eher wohlhabende Römer und Römerinnen war. Diese Krankheit beschäftigt die Menschheit bis heute. Laut der Weltgesundheitsorganisation erkranken jährlich circa 10 Millionen Menschen durch das Mycobacterium tuberculosis.

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Quelle: „Bioarchaeological and palaeogenomic portrait of two Pompeians that died during the eruption of Vesuvius in 79 AD“ (26. Mai 2022, nature), WHO

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