Dass das Weltall ein ungemütlicher Ort voller Gefahren sein kann, ist dir bestimmt bereits bekannt. Egal ob ein Meteoritenhagel, ein Schwarzes Loch oder eine Sternenexplosion dafür verantwortlich ist: Die Liste potentieller Bedrohungen erscheint schier endlos. Nun fanden Forschende anhand einer Vielzahl von Simulationen heraus, dass sich ein unscheinbarer Planet dazugesellt. Der Neptun bräuchte nur einen kleinen Stupser, um uns alle für immer auszulöschen.

Der größte Feind des Sonnensystems heißt Neptun

Ganze 3.000 Simulationen waren nötig, um herauszufinden, was eigentlich passieren würde, wenn ein Stern nur knapp an unserem Sonnensystem vorbeirauscht. Sollte ein solcher den Neptun berühren, würde dies eine unaufhaltsame und fatale Kettenreaktion auslösen. Sollte der äußerste Planet unseres Sonnensystems auch nur um 0,1 Prozent aus der Umlaufbahn gebracht werden, bedeutet dies ein schreckliches Ende für die restlichen sieben und folglich auch für uns.

Denn ganz allgemein werden unser Sonnensystem und die darin umhergleitenden Planeten und Monde durch die Sonne und ihre Gravitation zusammengehalten. Aber auch die verschiedenen Himmelskörper verfügen über eigene Gravitationen, die wiederum auf die Sonne wirken. Alles befindet sich im perfekten Gleichgewicht.

Fliegt aber nun Neptun wie in den Simulationen aus seiner Umlaufbahn, bringt dies in der Folge die gesamte Balance durcheinander. Alle anderen Planeten würden dadurch ebenfalls ihre natürlichen Ellipsen verlassen und sie könnten zusammenstoßen.

Den Sonnensystem-Kollaps werden wir wohl nicht mehr erleben

Der Studie nach gilt es zum Glück als ausgeschlossen, dass wir das Ende unseres Sonnensystems miterleben werden – gut möglich sogar, dass die Menschheit überhaupt nicht mehr existiert, wenn es so weit sein sollte. Die Veränderungen könnten nämlich nicht rapide, sondern eher langsam auftreten. Auf der Erde würde man die Verschiebung Neptuns erst 20 Millionen Jahre später mitbekommen.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit eines Sterns, der unserem System nahe genug kommen könnte, sehr gering: Vermutlich dauert es bis zu 100 Milliarden Jahre, bis ein solcher vorbeifliegender Stern überhaupt gefährlich werden könnte. Und nachdem du nun weißt, wie der Neptun es zerstören könnte, interessiert dich sicherlich auch, wie das Sonnensystem eigentlich entstanden ist.

Quelle: „On the long-term stability of the Solar System in the presence of weak perturbations from stellar flybys“ (Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, 2022)

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