Ein Team der US-amerikanischen Lehigh University hat auf dem Boden des Pazifiks ein Hydrothermalschrotfeld mit außergewöhnlich hohen Temperaturen entdeckt. Es befindet sich in einer Tiefe von circa 2.550 Metern. Dieser Fund in der Tiefsee könnte maßgeblich das wissenschaftliche Verständnis über solche Systeme, die Chemie der Ozeane und ihrer Bewohner erweitern.

Riesenschlot in der Tiefsee

Jill McDermott, Chemische Ozeanografin und Fakultätsmitglied im Fachbereich Erd- und Umweltwissenschaften, und ihr Team entdeckten das außeraxiale Feld. Es trägt den Namen YBW-Sentry und liegt im Bereich des globalen mittelozeanischen Rückens – weitgehend bekannt als Ostpazifischer Rücken. Konkret befindet es sich knapp 300 Kilometer vor der Küste Westmexikos.

Der entdeckte Schlot trägt in etwa die Größe eines Fußballfeldes und seine Schornsteine entsprechen in Teilen der Größe dreistöckiger Gebäude. Die Ergebnisse der Forschungen, die vom McDermott-Labor in Leghigh geleitet wurden, veröffentlichte das Team in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

Konkret sammelten die Forscherinnen und Forscher Flüssigkeiten aus den Schornsteinen des Schlots und untersuchten deren geochemische Eigenschaften. Sie könnten beispielsweise Aufschluss darüber geben, bei welchen Temperaturen sich die Fluide bilden. Höhere Temperaturen könnten den Forschenden nach ein Zeichen für eine bevorstehende Eruption sein.

Kartierung des Meeresbodens

„Wir identifizierten ein Feld mit hohen Zinnen außerhalb der Achse und nahmen an, dass es sich dabei entweder um ältere vulkanische Spitzen oder um inaktive hydrothermale Schlote handelt, die vor langer Zeit abgelagert wurden“, zitiert die Universität im Rahmen einer Pressemitteilung Ross Parnell-Turner, Geophysiker an der Scripps Institution of Oceanography in Kalifornien.

Nur sehr wenige Gebiete in der Tiefsee seien mit Hilfe von entsprechenden Technologien hochauflösend kartiert worden, so der Forscher. „Durch die Erfassung der bodennahen Gewässervermessung […] können jedoch wichtige Entdeckungen gemacht werden“. Das Team habe die hochauflösende Karte westlich und östlich dieses axialen Troges zwischen 9° 45-57’N Breite in den letzten drei Jahren mit Hilfe des autonomen Unterwasserfahrzeugs (AUV) Sentry erweitert.

„Die Kartierungsarbeiten liefern ein detailliertes Bild des Meeresbodens, so dass wir die Veränderungen überwachen und quantifizieren können, die beim nächsten Vulkanausbruch entlang dieses Teils der Achse des Ostpazifischen Rückens auftreten“, ergänzt die Ozeanografin McDermott abschließend.

Quelle: Lehigh University

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