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Das Weltraumschrott-Problem: Warum NASA und Co. Müll in den Ozean schmeißen

Wo gehobelt wird, fallen Späne: Das die NASA bei ihren umfangreichen Weltraum-Missionen eine Menge Müll produziert, ist dir wahrscheinlich bekannt. Erfahre jetzt, warum dieser immer häufiger bei uns im Ozean landet.

NASA-Satellit in Erdumlaufbahn
u00a9 3dsculptor - stock.adobe.com

Die NASA und andere Luftfahrtbehörden entsorgen schon seit geraumer Zeit eine Menge Müll direkt in unserem Ozean. Aus welchem Grund das geschieht und wieso hier kein Ende in Sicht ist, erfährst du in diesem Artikel.

Das Problem mit dem Weltraummüll

Seit nun bald 80 Jahren schießt die Menschheit Geräte, Waffen und Fahrzeuge aller Art ins Weltall. In dieser Zeit hat sich bereits eine gigantische Menge sogenannten Weltraumschrotts angesammelt, denn nicht alles, was ins Weltall geschossen wird, lässt sich so einfach wieder zurückholen.

Laut ESA (European Space Agency; also das europäische Gegenstück zur NASA) befanden sich 2021 mehr als 10.400 Tonnen menschengemachter Objekte im Weltraum, darunter sind jedoch nur 6.800 funktionsfähige Satelliten gelistet.

Die Tendenz ist klar: Füllt sich der Weltraum samt unserer Erdumlaufbahn weiter mit Weltraummüll, besteht bei zukünftigen Operationen neben der Weltraum-Verschmutzung auch die Gefahr von Kollisionen im Weltraum, was nicht nur teuer, sondern potentiell auch gefährlich werden könnte. Es musste also eine alternative Entsorgungsmethode her.

Tipp: Wusstest du, dass die NASA höchstwahrscheinlich deinen Alltag geprägt hat? Viele moderne Erfindungen gehen auf die amerikanische Luftfahrtbehörde zurück. Wir zeigen dir in unserem Artikel acht davon.

Die Lösung heißt Point Nemo

Seit 1971 wird eine solche alternative Lösung genutzt. Dabei handelt es sich um einen Ort, dessen exakter Name „Pazifischer Pol der Unzugänglichkeit“ lautet. Meist wird er jedoch als „Point Nemo“ (nach Kapitän Nemo aus Jules Vernes Werk „20.000 Meilen unter dem Meer“) oder bezeichnet. Doch was ist so besonders an diesem Ort? Wir zeigen es dir

Was zeichnet Point Nemo aus?

Natürlich handelt es sich hier nicht um einen zufällig gewählte Position. Point Nemo befindet sich an genau dem Ort, der weltweit am weitesten von Festland und Inseln entfernt ist. 2688 km müsste man bis zur nächsten Insel zurücklegen.

Sogar Tiere nehmen Abstand von Point Nemo, denn durch seine Lage werden kaum Nährstoffe in diese Region gespült. Dafür befindet sich dort der sogenannte Südpazifikwirbel, eine Anzahl an Strömungen, welchen es allen Arten von Lebewesen erschwert, diesen Ort zu betreten.

Wie du also siehst, handelt es sich bei Point Nemo nicht nur um den abgelegensten, sondern wahrscheinlich auch um einen der lebensfeindlichsten Orte der Welt.

Wie hilft Point Nemo der NASA beim Weltraumschrott-Problem?

Du wirst vielleicht schon eine Ahnung haben, was sich die großen Raumfahrtbehörden ausgedacht haben. Anstatt ausgediente Satelliten, Raumschiffe und Weltraumstationen im Orbit um die Erde kreisen zu lassen, werden diese zum kontrollierten Absturz gebracht. Natürlich zwischen Neuseeland und Südamerika, also direkt über Point Nemo, damit kein Lebewesen, Gebäude oder sonstige Infrastruktur zu Schaden kommt.

Es wurde also die Entscheidung getroffen, den Müll im Weltraum zu reduzieren, indem selbiger Müll nun in den Ozean geworfen wird. Da es aktuell keine Pläne zur Bergung dieser, aktuell ungefähr 263 Stück umfassenden, Weltraumschrottteile gibt, kann man Point Nemo aktuell durchaus als Endlager für Raumschiffe und weitere Müllteile bezeichnen.

Aufgrund seiner Funktion wird Point Nemo auch „Raumschifffriedhof“ oder von der NASA auf englisch entsprechend „Spacecraft Cemetery“ genannt.

Tipp: Interessierst du dich für mehr Artikel zum Thema NASA und Weltall, haben wir dir fünf bekannte Weltraum-Mythen zusammengestellt.

Quelle: t3n.de, esa.int, eigene Recherche

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