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Elektroautos: Forscher warnt vor prekärem Fehler – „es ist unverantwortlich“

Nicht nur die Politik, sondern auch immer mehr Forscherinnen und Forscher stellen sich den Elektroautos in den Weg – und das aus gutem Grund.

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Elektroautos für unter 18-Jährige // IMTEST

Noch keine 18 Jahre alt aber Lust auf Mobilität? Mit diesen kleinen Elektroautos ist das möglich.

Für viele gelten Elektroautos als das Nonplusultra der Klimawende. Was Windräder und Photovoltaikanlagen für die Stromerzeugung tun, sollen sie auf der Straße bewerkstelligen. Georg Brasseur will nichtsdestotrotz an den Verbrennern festhalten und warnt vor einem Denkfehler, der fatale Folgen haben könnte.

Elektroautos: Fehlt die richtige Stromversorgung

Brasseur ist emeritierter Professor der Technischen Universität Graz und ehemaliger Präsident der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Im Interview mit Der Standard erklärt er, in Folge einer „richtigen Energiewende“ sei etwa Österreich nicht länger dazu in der Lage, die gesamte Bevölkerung und Industrie mit genügend Strom zu versorgen.

„Woher sollen wir genug Strom nehmen, um E-Autos sinnvoll zu betreiben“, fragt Brasseur. „Es ist unverantwortlich von der Politik, ein System durchsetzen zu wollen, von dem klar ist, dass der Vollausbau nicht funktionieren kann, und das die Energiewende verzögert, da mehr Stromverbraucher ans Netz kommen, als grüne Kraftwerke gebaut werden.“

Elektroautos, glaubt er, würden ebenso schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Sollten tatsächlich alle geplanten Ladestationen zum Einsatz kommen, würde das Netz schlicht zusammenbrechen. Damit seien Stromer nicht für die breite Masse geeignet. „Mehr Elektrofahrzeuge bedeuten außerdem wieder mehr Abhängigkeit von China, das möchte schließlich auch niemand.“

Brasseur setzt auf Verbrenner

Man müsse „unbedingt“ am Verbrenner festhalten, meint Brasseur. Es würde leicht vergessen, dass der hohe Wirkungsgrad von Elektroautos nicht von deren Batterien komme, sondern vom elektrischen Antriebsstrang. „Die Mitnahme der Energie muss von Kraftstoffen kommen, die eine höhere Energiedichte haben als Batterien.“

„Ohne transportfähige Energieträger geht es nicht, und das sind eben Kohlenwasserstoffe wie Diesel, Benzin, Petroleum, Methanol oder Methan. Wir können es uns nicht leisten, eine parallele Welt für neue Energieträger aufzubauen, weil die Errichtung neuer Energievektoren viel mehr fossiles CO2 freisetzt als im Endeffekt eingespart würde.“

Georg Brasseur (via Der Standard)

Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) warnte zuletzt vor falschen Schritten auf dem Weg der Energiewende. Ihn sorgt vor allem die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke, da sie die Klimabilanz der Elektroautos maßgeblich beeinträchtige. Er warnte: „Wenn die Menschen erleben, dass die E-Autos nicht nur teuer sind, sondern schlecht für das Klima, wird die Transformation zum Fiasko.“

Quelle: Der Standard

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