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Raumfahrt: Mission wegen Anomalie abgebrochen – das ist wirklich passiert

Bei einer Raumfahrt-Mission versuchte man neue Satelliten im Orbit zu platzieren. Doch die Rakete war nicht in der Lage, die Position zu erreichen. Nun ist auch klar, warum.

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Als das private Raumfahrt-Unternehmen Virgin Orbit am Mittwoch einen Raketenstart aus Cornwall (Großbritannien) vornahm, war man anfangs guter Dinge. Es sah so aus als würde die Trägerrakete die Erdumlaufbahn erreichen und neun Satelliten dort platzieren können. Doch urplötzlich musste die Mission abgebrochen werden. Vorläufigen Daten zufolge zeigte sich eine rätselhafte Anomalie. Nun hat die Firma die wahren Hintergründe geteilt.

Private Raumfahrt: Das passierte bei der Mission „Start Me Up“

Bei Virgin Orbit handelt es sich um eine Raumfahrtorganisation des Briten Richard Branson. Das Ziel: Personen mit dem entsprechenden Kleingeld ins All bringen. Doch auf dem Weg will man sich auch weitere kommerzielle Meilensteine nicht entgehen lassen. Wie bedeutend private Satelliten im Weltall sein können, zeigt beispielsweise die Verwendung des Starlink-Netzwerks im Ukraine-Krieg.

Auch Branson plante neun neue Satelliten in der Erdumlaufbahn zu platzieren. Zu diesem Zweck startete am 10. Januar 2023 eine Boeing 747 namens Cosmic Girl. Im Schlepptau hatte der Flieger die entsprechende Trägerrakete Launcher One, wie t3n berichtete.

Als die Flughöhe erreicht wurde und das Abkoppeln von Launcher One begann, meldete man bereits einen frühzeitigen Erfolg dieses Raumfahrt-Projekts. Doch dabei sollte es nicht bleiben.

Trägerrakete scheitert vor dem Orbit

Kurz nach der Abkopplung begann die nervenaufreibende Wartezeit bis die Trägerrakete samt der Satelliten den richtigen Punkt für die letzte Reiseetappe erreicht haben sollte. Doch bevor der Orbit erreicht wurde, empfing man im Kontrollzentrum auf der Erde eine merkwürdige Anomalie. Die Raumfahrt-Firma schreibt Folgendes auf Twitter:

Es scheint eine Anomalie zu geben, die verhindert, dass wir bis in den Orbit vordringen können. Wir werten gerade die Informationen aus.

Virgin Orbit via Twitter

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Twitter, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden.

Das Raumfahrt-Unternehmen ist bei Weitem nicht das einzige, bei dem etwas schiefgelaufen ist. Im Vorjahr kam es bei einem Probelauf einer SpaceX Rakete etwa zu einer gewaltigen Explosion.

Ursache der Anomalie nun geklärt

Virgin Orbit hielt Wort und teilte nun via Businesswire die Details zu der rätselhaften Anomalie. So stellte man fest, dass zu Beginn der Raumfahrt-Mission wirklich noch keine Probleme entstanden sein.

Nach der Abkopplung hat die Trägerrakete auch wie geplant übernommen. „Die Verbrennung der Stufe eins wurde erfolgreich gezündet“. Auch als der Übergang ins Weltall erfolgte, waren die Daten unauffällig bis die Zündung auf Stufe eins urplötzlich beendet wurde – zu früh.

Folglich stürzte die Rakete in einer sicheren Zone ab und die Raumfahrt-Mission musste vorzeitig abgebrochen werden. Das Problem muss für die Forschenden nun mit dem Antrieb zusammenhängen. Äußere Faktoren zieht man augenscheinlich nicht in Betracht. Man will nun auf Hochtouren an einer neuen Trägerrakete arbeiten.

Quelle: t3n, @VirginOrbit/Twitter, Businesswire

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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