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Im Ozean liegt etwas Riesiges begraben – „hat mich schockiert“

Unter der Oberfläche des Ozeans nahe der westaustralischen Küste versteckt sich eine über 100 Meter große Struktur.

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Nachdem die mit einer Drohne ein hundert Meter langes Bauwerk im Ozean untersucht hatte, zeigte sich die australische Besatzung sprachlos. Man ruft seitdem dringend dazu auf, das überraschend massive Gebilde aus dem Meer zu entfernen.

Ozean: Das schlummert unter der Oberfläche

Bei dem riesigen Objekt handelt es sich um einen zehn Stockwerke hohen industriellen Förderturm, der rund 47 Meter unter der Oberfläche des Ozeans liegt. Das Bauwerk war ursprünglich Teil des Griffin-Gasfelds, sank aber 2013 „unerwartet“, wie Yahoo News berichtet.

Dessen Betreiber erklärte, die Struktur biete Lebensraum für Meereslebewesen, räumte aber ein, dass diese dadurch „gefährdet“ werden und der Förderturm „negative Auswirkungen“ auf die Umwelt haben könnte. Die kleine Gruppe an Greenpeace-Aktivist*innen setzte dort eine Unterwasserdrohne ab, um den gegenwärtigen Zustand des Objektes vor der Küste Westaustraliens zu untersuchen.

Das Resultat überraschte diese allerdings: „Ich dachte, ich wüsste, was mich erwartet, aber gleichzeitig war ich schockiert, als ich die Größe und das Ausmaß dieses Dings sah und wusste, dass es einfach im Ozean versteckt worden war“, sagte eines der Teammitglieder, das anonym bleiben wollte.

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Betreiber sieht keine Notwendigkeit für Entfernung aus dem Ozean

Ob der Förderturm zeitnah oder überhaupt jemals abgebaut werden soll, muss sich zeigen. Wie Yahoo News weiter erklärt, könnten die Kosten für die Beseitigung der Offshore-Anlagen, die vor der australischen Küste auf ihre Stilllegung warten, 50 Milliarden Dollar übersteigen.

Bis 2050 könnten sich die Sanierungskosten für diese Öl- und Gasanlagen im gesamten asiatisch-pazifischen Raum sogar auf 150 Milliarden Dollar belaufen. „Wir versuchen, ein Licht darauf zu werfen, dass all diese schwerwiegenden Öl- und Gasinfrastrukturen einfach im Meer liegen“, ergänzte die Aktivistin.

Von Betreiberseite scheint dagegen keine Dringlichkeit notwendig zu sein. Der Energiekonzern Woodside, der das Offshore-Gasfeld 2022 erworben hatte, sieht „kein Kontaminationsrisiko“ durch den gesunkenen Förderturm: „Woodside hat visuelle Inspektionen durchgeführt, die die Integrität des RTM bestätigt haben, und Studien zur Analyse des Inhalts der Struktur durchgeführt. Diese Studien zeigen, dass der Inhalt keine nachteiligen Auswirkungen auf das Meeresleben hat“, heißt es in einer Erklärung.

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Klares Fehlurteil laut Greenpeace

David Ritter, Geschäftsführer von Greenpeace Australia-Pacific, sagt jedoch, dass die Aufnahmen der Unterwasserdrohne aus dem Ozean zeigen, dass das Bauwerk „sichtbar verrostet und verfallen“ ist.

„Nach fast zwei Jahrzehnten im Umweltaktivismus braucht es viel, um mich zu schockieren, aber die schiere Arroganz von Woodside und BHP (dem ehemaligen Betreiber), die denken, sie könnten ein 100 Meter hohes Stück Industriemüll im Meer liegen lassen, ist atemberaubend“, sagte er.

Quellen: Yahoo News

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