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Experten beobachten „alarmierende“ Virus-Entwicklung bei Katzen

Eine rasant steigende Zahl toter Katzen besorgt derzeit internationale Expertinnen und Experten. Schuld soll ein mutiertes Virus sein.

Eine Katze schaut direkt in die Kamera.
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Sind Viren Lebewesen?

Die Antwort auf die Frage "Sind Viren Lebewesen?" ist nicht einfach.Zwei Merkmale fehlen ihnen, um als lebendig eingeordnet zu werden: Der Stoffwechsel und die selbstständige Vermehrung.

Das Gröbste der Coronapandemie scheint überstanden zu sein, doch das heißt nicht, dass ein Virus nicht anderweitig für neue ernsthafte Probleme sorgen könnte. Tatsächlich gibt es einige Problemherde, die man aufmerksam beobachten muss. Einer davon forderte bereits Tausende Katzenleben.

Auf Zypern geht ein Virus um: Viele Katzen tot

Laut eines neuen Berichts des britischen Guardian sind in jüngerer Vergangenheit etliche Katzen in Zypern verendet. Eine exakte Angabe gebe es laut Dr. Charalampos Attipa von der Universität von Edinburgh zwar nicht, doch es soll sich „definitiv“ um Tausende handeln. Dabei stieg die Zahl der Fälle von Jahr zu Jahr um das 40-Fache. Für eine grobe Schätzung nannte Dinos Ayiomamitis, Chef der Tierschutzorganisation PAWS (Cat Protection and Welfarem Society), etwa 300.000 tote Tiere.

Die Situation sei laut Attipa „sehr alarmierend“. Im Zentrum steht dabei ein sogenanntes felines Coronavirus, das hauptsächlich Katzen befällt und bei ihnen die schwere und tödliche FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) auslösen kann. Dieses spezielle Coronavirus zirkuliert auch in Großbritannien und hat an sich nichts mit Covid-19 zu tun und kann Menschen nicht infizieren. Der gegenwärtige Ausbruch auf Zypern besorgt aber Forschende, dass die Situation jetzt eine andere sein könnte.

Auch interessant: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Viren und Bakterien? Wir erklären, was sie jeweils auszeichnet und wie wichtig sie für uns sind.

Neue Mutation vermutet

Der rasante Anstieg an Todesfällen könnte womöglich mit einer neuen, weitaus ansteckenderen Variante des Virus zusammenhängen. Dazu werde man mit Hilfe einer Genomsequenzierung herausfinden, ob es tatsächlich mutiert ist. Falls dem so sein sollte, könnte die Corona-Pandemie eine Rolle dabei gespielt haben.

Denn Katzen können sich ebenfalls mit Covid-19 anstecken. Durch die vielen neuen Antikörper in ihrem Blut könnte die Weiterentwicklung des bisherigen felinen Coronavirus vorangetrieben worden sein. Ob die neue Variante dann auch auf den Menschen überspringen könnte, ist noch eine offene Frage, die geklärt werden muss. FIP ist aber grundsätzlich schon längst bekannt und behandelbar. Wer eine Katze besitzt, soll bei Sorgen den Tierarzt oder die Tierärztin kontaktieren.

Die Entwicklung der aktuellen Fälle müsse aber weiter beobachtet werden: Denn auch im Libanon, der Türkei und Israel, wo es viele streunende Katzen gibt, wurde ein Anstieg an Todesfällen wahrgenommen. Allerdings weisen sie noch nicht dasselbe Muster wie anderswo auf.

Quelle: Guardian

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